Mea culpa: OB Erik Pauly bittet um Verzeihung für Bauhofsünden!
Bei den peinlichen Eingeständnissen der Bausünden des Bauhofes dachten Hintersinnige nicht nur an den Fauststoff von Johann Wolfgang von Goethe, sondern an das Schuldbekenntnis „Confiteor“ in der katholischen Liturgie: „Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa“ – „Ich bekenne, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe … durch meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld“.
Man überlegte, ob der Bauhofsleiter Armin Börnert „einen Pakt mit dem Teufel“ geschlossen hatte, weil er das Böse wollte (seine Schwarzbauten) und das Gute schuf (die dringend benötigten Unterstellhallen für die städtischen Maschinen). Hatte Börnert, als „Mephisto vom Bauhof“, eine Wette mit Gott und einen Pakt mit Dr. Faust geschlossen? Als Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft? Klaus Maria Brandauer ist einst, im Fauststoff, als gefesselter Prometheus (als Vorausdenker) aufgetreten und sprach: „Sag niemals nie!“. Börnert wollte zu seinen teuren städtischen Baumschinen und zu den dringend benötigten Unterstellhallen vermutlich (als Vorausdenker) ebenfalls „niemals nie sagen“ und hat entschlossen mit Bösem (Schwarzbau) Gutes (Unterstellhallen) geschaffen.
Wo viel gearbeitet wird, geschehen viele Fehler, und wo wenig gearbeitet wird, passieren weniger Fehler. Für die Fehler seines Bauhofes gab Oberbürgermeister Erik Pauly am 29.9.2026 in der öffentlichen Sitzung ein „Mea culpa“ für seine Stadtbediensteten ab. Pauly brachte zwar zum Ausdruck, dass die Bausünden nicht sein persönliches Verschulden, sondern, das „organisatorische Verschulden“ seiner Mitarbeiter seien. Pauly bezeichnete sich als verantwortlich, versprach ehrliche und offene Aufarbeitung und entschuldigte sich mehrfach. Diese Offenheit und das ehrliche Eingeständnis verdienen Anerkennung und Respekt.
Gefundenes Fressen zum Lackmustest?
Viele Beobachter bewerten den Vorfall als einen „Skandal im Bauhof“, weil die Stadtverwaltung andere Bausünder und Schwarzbauer mit den Mitteln des geltenden Baurechts, mit Rückbauverfügungen, Abrissverfügungen und mit saftigen Bußgeldern verfolgt. Gnädige Betrachter sehen zwar das „Grand Malheur“, doch sie führen mildernde Umstände an: Die Bauten seien genehmigungsfähig und zum Wohle der Stadt errichtet worden. Andere sagen, für Niko Reith, der die „Schwarzbau-Beanstandungen“ mit seiner Anfrage ins Rollen gebracht hat, seien diese „Schwarzbau-Findlinge“ ein „gesuchtes und gefundenes Fressen“. Denn viele glauben, Niko Reith wolle, als Nachfolger von Sverin Graf, nächster erster Beigeordneter und Bürgermeister von Donaueschingen werden. Mit dieser Aufdeckung kann Nico Reich eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass er seine Kontrollfunktion ernst nimmt und für bessere Ordnung sorgen will. Politisch brisant wird der Fall, weil auch Jochen Amma, dem Amtsleiter des Bauordnungsamtes der Stadt Donaueschingen, unterstellt wird, er würde gerne Nachfolger von Severin Graf werden. Hat also Niko Reith Jochen Amma ein „Kuckucksei“ ins Nest des Bauordnungsamtes gelegt? Denn über die von Niko Reith aufgebrachten Bausünden des Bauhofes muss nun ausgerechnet Jochen Amma entscheiden. Reith provoziert Amma damit zum „Lackmustest“. Lässt Jochen Amma seine Kollegen vom Bauhof ungeschoren oder besser davonkommen, als die Bürger der Stadt, die mit Schwarzbauen selbst auch Bausünden begangen haben, kann man Amma Ungleichbehandlung vorwerfen und ihn beschädigen. Zeigt Amma aber, dass er die Bausünder der Stadt genauso bestraft wie andere Bausünder, dürfte er eine Empfehlung für sich selbst, als gewissenhaften, aufrichtigen, sorgfältigen und unbestechlichen Amtsleiter abliefern. Dann wären nicht nur Reith, sondern auch Amma „bürgermeisterabel“. Es steht daher zu erwarten, dass die Schwarzbauten des Bauhofes zwar nachträglich genehmigt werden, dass Amma gegen den „Bauherrn“, die Stadt Donaueschingen, aber ein saftiges Bußgeld verhängen wird. Mildernd wird er dabei berücksichtigen müssen, dass der Leiter des Bauhofes nicht Bauherr in eigener Sache, sondern stellvertretender Bauherr der Stadt war und er im Interesse und auf Rechnung der Stadt – als ihr ermächtigter Erfüllungsgehilfe – gehandelt hat. Den Streit über die übertretenen Befugnisse zum Schwarzbau muss die Stadt in ihrem Innenverhältnis klären.
Weil sowohl Oberbürgermeister Erik Pauly als auch der Amtsleiter des Tiefbauamtes, Dirk Monien – nach eigenen Angaben – keine Kenntnis von den Schwarzbauten des Bahnhofes hatten, trifft sie keine persönliche Schuld. Dennoch haben sich Pauly und Monien in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates mehrfach für diese Eigenmächtigkeiten der Stadt entschuldigt und um Verzeihung gebeten. Ehrliche Offenheit verdient immer Anerkennung, sagte schon Reichskanzler Otto von Bismarck.
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