Vom griechischen Philosophen Aristoteles, Schüler Platons und Lehrer Alexanders des Großen (384–322 v. Chr.) ist der Aphorismus überliefert: „Der Mensch ist gleich der Biene, der Ameise, dem Biber von Natur schon ein staatenbildendes Tier“.
Dass die fleißigen Biber im Quellen- und Auenland von Brigach, Breg und Donau inzwischen einen "Staat" gebildet haben, zeigte der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband in einer Informations-Show den Stadträten von Donaueschingen. Der BLHV-Ortsverband Donaueschingen hatte unter Führung von Jörg Fehrenbacher und Stadtrat Uwe Münzer für Mittwoch, den 10. Juni 2026, 19:00 Uhr, den gesamten Gemeinderat von Donaueschingen zu einer Besichtigung ihrer Betriebe und ihrer landwirtschaftlichen Wiesen auf den Hof von Stadtrat Max Wolf nach Allmendshofen eingeladen.
Man war gespannt, wer von den Stadträten kommt und sich von Desinteresse und Neugier unterscheidet, denn die Mutter des Wissens ist bekanntlich Neugier und sie ist das Wesen aller Kultur.
„Rettet die Wiesen, esst mehr Biber!"
Zu den einladenden Stadträten Uwe Münzer und Max Wolf erschienen aus dem Stadtrat von Donaueschingen Marcus Greiner, Irmtraud Wesle, Niko Reith, Michael Blaurock, Lothar Mayer und Julia Bolkart. Die Landwirte führten den Stadträten ihre Grünlandbewirtschaftung in den verschiedenen Typisierungen vor und zeigten LPR- und FFH-Mähwiesen, Altgrasflächen, Branchen, Stilllegungen und extensives Grünland. Vor allem wiesen sie aber auf ihre große Not mit den zunehmenden Biber-Massen hin, die aus ihrer Sicht besonders durch die Überflutungen mit Wasser und die unzureichende Pflege der Wasser-Abzugsgräben verursacht ist. Seit vielen Jahren würde die Stadt die Abzugsgräben im Auenland der Breg- und Donauwiesen nicht mehr pflegen und habe deshalb ein regelrechtes „Wohlfühl-Paradies für Biber“ verursacht. Die anwesenden Stadträte wiesen auf die Personal-Not im städtischen Bauhof und auf die Geld-Not in der Stadtkasse hin, und ihnen fiel auch kein „Wundermittel gegen Biber“ ein. Und so mussten sie die betroffenen Landwirte ziemlich ratlos und allein, aber mit allen guten Wünschen zurücklassen.
Süffisant hätte man dieser Hilflosigkeit hinzufügen können: „Rettet die Wiesen, esst mehr Biber!“ Doch noch steht bekanntlich Biberfleisch nicht auf der elitären und sündhaft teuren Millionärs-Speisekarte des Gourmet-Restaurants „ÖschNoir“ im Donaueschinger Öschberghof. Doch auch dort sind, wie in den "Wasserwiesen" von Donaueschingen, guter Rat und Abenteuer am Abend teuer. Und auch die bezahlbaren, gutbürgerliche Restaurants von Donaueschingen haben eher Schweineschnitzel als feines "Biberfilet" auf ihren Speisekarten.
Last „durch die Blume sprechen“, wollte man dem zur Lösung der Biberplage hinzufügen.