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Rote Karte für Pauly: Gemeinderat versus Oberbürgermeister Erik Pauly - Die Ortskernförderung bleibt!

Rote Karte für Pauly: Gemeinderat versus Oberbürgermeister Erik Pauly - Die Ortskernförderung bleibt! (Bild: Werner Semmler)

Es gibt sie selten, die Sternstunden des Gemeinderates, in denen dieser dem Oberbürgermeister und seiner Stadtverwaltung zeigt, dass er (mit dem Mandat der Bürger und nach der geltenden Gemeindeordnung) die Stadt regiert und nicht der Oberbürgermeister, der nur Verwaltungsleiter ist.

Meistens bekommt der Gemeinderat „fressegerechte“ Vorlagen nach dem Geschmack des Oberbürgermeisters und darf nur schnelles „Abnickgremium“ mit ein paar emotionalen Wortmeldungen spielen. Nicht so in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates am 21.7.2026, über die wir hier berichten. Am Dienstag zeigte der Gemeiderat von Donaueschingen seinem Oberbürgermeister Erik Pauly die "Rote Karte". 

 

Rote Karte für Oberbürgermeister Pauly:

Oberbürgermeister Erik Pauly wollte die bisherige Ortskernförderung kippen und sie zum 31.12.2026 ganz abschaffen. Doch Pauly hatte seine Rechnung ohne den Wirt, ohne die vorhandene Intelligenz und die Durchsetzungskraft seiner Gemeinderäte, gemacht.

Mit massiven Wortmeldungen „belehrten“ mutige Gemeinderäte den Oberbürgermeister über die Sinnhaftigkeit der Ortskernförderung. Besonders die Ortsvorsteher zogen alle an einem Strang. Auch Aasens Ortsvorsteher Lothar Mayer wollte dazu etwas sagen, doch OB Pauly „stauchte“ ihn mit den Worten: „Als Ortsvorsteher haben Sie hier nichts zu sagen.“ Zuvor hatte der intelligente Fraktionsführer der Grünen, Michael Blaurock, Augenmaß bewiesen und gesagt: Weil die Summe von 50.000 Euro „überschaubar“ sei, plädiere er für eine Weiterführung der Ortskernförderung. Gemeinderätin Irmtraud Wesle äußerte sich aus der CDU-Fraktion und zeigte mutig klare Kante für die Beibehaltung der Ortskernförderung. Als sich auch SPD-Fraktionssprecher Jens Reinbolz den Argumenten von Michael Blaurock anschloss, kippte die Ratsstimmung versus Pauly. Die Rats-Schlauen begriffen, dass sie bei der Ortskernförderung keine „Arschkarte“ ziehen wollen.

Nun durfte auch Lothar Mayer noch sprechen und er brach mit seinem logischen Plädoyer eine wahre Lanze für das Förderprogramm und sagte, man müsse und könne bei vielen anderen Ausgaben der Stadt viel Steuergeld einsparen, aber nicht bei der Kleinsumme von 50.000 Euro für die Ortskernsanierung. Stadtrat Uwe Münzer zeigte ebenfalls Zivilcourage und schloss sich Lothar Mayer mit klarem Menschenverstand an: „Wenn man die Ortskernsanierung streicht, ist am falschen Platz gespart.“

Sachgebietsleiter Theo Kneer wollte in der Sitzung seinem Dienstherrn Pauly noch beispringen und ein schlaues „Totschläger-Argument“ einbringen, indem er sagte: Für 2026 seien schon alle Anträge bewilligt, und weil die Fördermittel von 50.000 Euro für 2026 bereits ausgeschöpft seien, könne man dem Antrag der Verwaltung zustimmen. Die schlauen Gemeinderäte erkannten jedoch die „List des Fuchses“ und begriffen, dass es bei der Ortskernförderung nicht um das Jahr 2026, sondern um künftige Jahre und um die Zukunft geht. Die Sternstunde des Gemeinderates endete, als die Beschlussvorlage des OB und seiner Verwaltung mit deutlicher Mehrheit abgeschmettert wurde und der Gemeinderat dem Oberbürgermeister die Rote Karte zeigte. Erik Pauly blieb am Schluss nur ein „verletzter Stoßseufzer“ mit seiner Bemerkung: „Da sehen wir, wie das Sparen in der Realität ankommt“.

Nicht wenige dachten es, aber sprachen es nicht aus: OB Erik Pauly sollte bei den atemberaubenden Kosten seiner aufgeblähten Verwaltung und bei den gigantischen Kosten für Berater, Gutachter und Dienstleister und seiner Selbstdarstellung sparen, nicht bei der kleinlichen Ortskernsanierung. Denn noch nie hat einer seiner Vorgänger im Amt des Oberbürgermeisters so viele Stellen besetzt und so viel Geld für Berater, Gutachter und Dienstleister ausgegeben wie Pauly. Mit fast 500 Beschäftigten hat die Stadt Donaueschingen im Verhältnis zu ihrer Einwohnerzahl (21.790 Einwohner) eine erschreckende Personalintensität mit mieser VZÄ (Vollzeitäquivalentz) und schlechter FTE (Full-Time-Equivalenz). Im Verhältnis zur Einwohnerzahl haben viele andere Städte keine so aufgeblähten Verwaltungen und kein so teures Personal-Karussell.

Dieser Kernsatz ist erweislich wahr: Donaueschingen hat nicht zu wenig Einnahmen, sondern viel zu hohe Personal- und Verwaltungskosten!

Autor:  Werner Semmler Chefredakteur (Regionalia:Deutsche Zeitung:Donaueschingen, Artikel-Nr. 19716 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 23.07.2026 09:03.

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