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Sonntag, 26. Juli 2026
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Amma mit „Strategie-Workshop Friedhof“ der Weiher GmbH für 13.756 Euro in Donaueschingen auf Sendung.

Amtsleiter Jochen Amma lässt Stadt Donaueschingen 13.756 Euro für ein 3-stündiges Workshop Friedhof zahlen! (Bild: Werner Semmler)

Jochen Amma, Amtsleiter der Donaueschinger Bauverwaltung und Sachgebietsleiter Friedhof in Personalunion, hat für 13.756 Euro die selbst ernannten „Friedhofsexperten“ der Weiher GmbH aus Freiburg zu einem gemeinsamen „Strategie-Workshop“ mit dem Oberbürgermeister, den Gemeinderäten, den Ortsvorstehern und mit Vertretern der Kirchen und des Bestattungsgewerbes am 2.7.2026 in die Donauhalle kommen lassen. Zu den Kosten aus dem Angebot der Weiher GmbH kommen noch die Mietkosten für die Donauhallen i. H. v. 560,65 € (brutto) und die Bewirtungskosten i. H. v. 545,54 € (brutto).

Der Unternehmensinhaber und Geschäftsführer der Weiher GmbH, Stefan Lubowitzki, war mit seinen Netzwerkern, Verkäufern und Friedhofsplanern angereist, um den Anwesenden mit „verkäuferischen Engelszungen“ bessere Geschäfte mit dem Friedhof zu versprechen. Für wahre Menschenkenner war sofort klar, dass Lubowitzki, vermeintlich kein neutraler Berater, sondern sein eigener Verkäufer ist. Vor allem ging es ihm darum, nach der Vereinnahmung seines Honorars von 13.756 Euro für seinen Workshop "Strategietag Friedhof 2050", der Stadt Donaueschingen ein neues „Friedhofskonzept“ zu verkaufen, das ihm künftig noch viel mehr Einnahmen bescheren sollte. Als Referenzprojekt hatte er das neue Friedhofs-Konzept der Bodenseegemeinde Reichenau dabei. Am Ende kostete das Friedhofskonzept der Firma Weiher die Reichenau 66.000 Euro. Die Gemeinde Reichenau hat nur rund 5200 Einwohner und bei rund 60 Sterbefällen pro Jahr wird bei Umlegung dieser Kosten sofort klar, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieses „geldschöpfenden Friedhofskonzeptes“ sind. Lubowitzki lässt auf seine Homepage die Süddeutsche Zeitung großartig wie folgt zitieren: „Das 1992 gegründete Unternehmen gilt als Vorreiter im modernen Friedhofsbau“. Die Weiher GmbH wurde aber erst 2008 gegründet und hat noch nie Friedhöfe selbst gebaut.

Mario Streib, der Hauptamtsleiter der Gemeinde Reichenau, der den Auftrag für Weiher eingefädelt hat, ist mit Weiher zufrieden. Was soll er hinterher auch anderes sagen, wenn die hohen Kosten schon angefallen und an Weiher bezahlt sind und wenn die Gebühren für die Angehörigen der Verstorbenen bereits erhöht wurden? Stefan Lubowitzki überlässt beim Verkaufen nichts dem Zufall. Deswegen betreibt er auch ein sogenanntes „Empfehlungsmanagement“, bei dem städtische Amtsleiter ihn professionell und glaubwürdig bei anderen Amtsleitern, an die er sein Friedhofskonzept auch noch verkaufen will, empfehlen. Ob das letztlich zum Einheitsgeschmack à la Lubowitzki führt oder ob es noch schlaue Bürgermeister und Amtsleiter mit gesundem Menschenverstand gibt, die sich für Vielfalt mit ortskundigen Landschaftsplanern entscheiden und zur Kalkulation und Betriebsführung noch selbst in der Lage sind?

Regionalia, die kostenlose, werbefreie und gemeinnützige Deutsche Zeitung für freies Wissen und wahre Informationen, recherchiert nun, was die vielen betroffenen Städte und Gemeinden tatsächlich insgesamt für die „teuer verkaufte Expertise“ von Weiher bezahlt haben, und fragt, warum die Gemeindebediensteten die Arbeit nicht selbst gemacht haben, um diese immensen Kosten von Weiher zum Wohle ihrer Bürger einzusparen. Weiher verspricht bequemen Gemeinden "Gebühren strategisch zu optimieren" doch es ist mehr als zweifelhaft, ob die gewählten Gemeinderäte damit ihren Bürgern wirklich dienen. 

 

Lesen Sie dazu diesen Artikel in unserer Deutschland-Ausgabe:

https://www.regionalia.de/millionengeschaefte-mit-neuen-friedhofs-konzepten-werden-kommunen-vom-selbst-ernannten-freiburger-friedhofsexperten-weiher-abkassiert_A19528

 

Information unserer Zeitungsredaktion:

Die Stadtverwaltung Donaueschingen beauftragte, angeblich mit E-Mail vom 7.4.2025, die Firma Schneider & Zajontz aus Heilbronn, mit der Erstellung einer „Gebührenkalkulation“ für ihr Bestattungswesen zum Preis von 5.831 Euro brutto, und man durfte fragen, warum die Stadtverwaltung nicht selbst zur Kalkulation ihrer wenigen Dienstleistungen in der Lage ist, welche sie in großen Teilen auch noch zu Festpreisen an fremde Dienstleister vergibt. Die Stadtverwaltung behauptete, es seien mehrere Angebote eingeholt worden, zum Zeitpunkt der Beauftragung der Firma Schneider & Zajonotz habe ein weiteres Angebot in Höhe von 15.358,17 Euro vorgelegen. Es wurde kritisiert, warum die Stadtverwaltung Donaueschingen mit ihrem großen Personalbestand und ihren hohen Verwaltungskosten bei jährlich nur rund 230 Sterbefällen die wenigen Bestattungsdienstleistungen nicht selbst kalkulieren kann. Zuvor hatte die Stadtverwaltung schon den Donaueschinger Garten- und Landschaftsarchitekten Weißhaupt mit der Erstellung eines Entwicklungskonzepts für den Stadtfriedhof beauftragt und dafür ebenfalls beachtliche Honorare bezahlt. Deswegen verwunderte es, dass die Stadtverwaltung nun erneut die Friedhofsexperten Weiher für zunächst 13.756 Euro plus Bewirtungskosten mit Beratungen zu ihren Friedhöfen beauftragt hat. Weil der Verdacht eines Interessenskonflikts oder einer Befangenheit von Mitarbeitern der Stadtverwaltung für bestimmte Dienstleister bestand, haben wir daher in Erfüllung unserer Aufklärungs- und Informationspflicht die Stadtverwaltung gebeten, mitzuteilen, welcher Mitarbeiter bei der Stadt die kostenaufwendigen Beratungsaufträge erteilt hat. Weiterhin haben wir um Nachweis der behaupteten Gegenangebote gebeten. Die Stadtverwaltung verweigerte bisher klare Antworten auf diese berechtigte Anfrage. Nachdem die Gutachter der Firma Schneider & Zajontz offensichtlich die gewünschten Begründungen (das gewünschte Alibi für gewünschte Gebührenerhöhungen) lieferten, beschloss der Gemeinderat der Stadt Donaueschingen in seiner Sitzung vom 23. Juni 2026 „brutale“ Gebührenerhöhungen zwischen 22 % und 48 % für verschiedene Bestattungsdienstleistungen. Seither taucht in der Bevölkerung die berechtigte Frage auf, warum man nicht bei den gigantischen Personalkosten der Friedhofsverwaltung Einsparungen vornimmt, statt die Friedhofsgebühren zu erhöhen. Auch wird gefragt, warum so viele Mitarbeiter in der Friedhofsverwaltung erforderlich sind, um jährlich rund 230 Verstorbene in Gräbern oder Urnen zu bestatten, obwohl es an 365 Tagen im Jahr nicht einmal jeden Tag einen Bestattungsfall gibt.

 

  (Regionalia:Deutsche Zeitung:Donaueschingen, Artikel-Nr. 19543 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 08.07.2026 13:03.

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Jochen Amma und OB Erik Pauly mit „Strategie-Workshop Friedhof“ für 13.756 Euro in der Donauhalle Doanueschingen. (Bild: Werner Semmler)  
   
 

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