Rote Karte für Gianni Infantino: Rücktrittspflicht nach übler WM-Infantino-Egoshow?
Rote Karte für Gianni Infantino: Rücktrittspflicht nach übler WM-Infantino-Show? (Bild: Regionalia)
Ist Gianni Infantino nach seinen Kontroversen für das neutrale Amt des FIFA-Präsidenten „moralisch ungeeignet“? Sollte er zurücktreten?
Der Weltfußball ist wegen des Spiels (und wegen des Zuschauens von Millionen bis Milliarden Menschen dabei) so erfolgreich. Weil so viele zuschauen wollen, zahlen die Fans hohe Ticketpreise und die Fernsehanstalten und die Werbefirmen überweisen (wegen der enormen, weltweiten Werbewirkung) Multi-Millionen in die FIFA-Kassen.
Die Akteure der Spiele und ihre Milliarden Zuschauer sorgen für den finanziellen Erfolg, nicht Gianni Infantino.
Wegen der aktiven Wirkung der Spielfeld-Akteure zur Generierung von Milliarden Zuschauern („Brot & Spiele“) entsteht öffentliche Wirkung über Stadien und Medien und darüber lassen sich teure Werbung und Schleichwerbung platzieren. Weil die Funktionäre des Fußballs dabei im öffentlichen Rampenlicht stehen, werden sie zum Teil selbst zu „Fußball-Majestäten“ und selbst Staatspräsidenten und Regierungschefs versuchen, als vermeintliche „Trittbrettfahrer“, an Fußball-Einschaltquoten zu partizipieren.
Der frühere FBI-Direktor James Comey bezeichnete Donald Trump in einem Interview als „moralisch ungeeignet“ für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Parlament in Peru enthob die Präsidentin Dina Boluarte ihres Amtes, unter anderem mit der Begründung, sie sei „dauerhaft moralisch ungeeignet“. „Moralisch ungeeignet“ ist ein ethischer und politischer Vorwurf, der bestimmten Führungspersonen und Amtsträgern die charakterliche Eignung für ein Amt abspricht. Im deutschen Beamtenrecht ist die charakterliche Eignung Voraussetzung für eine Einstellung.
Gianni Infantino ist kein „Infant“, sondern ein raffinierter Business-Profi, der mit jedem seiner eigenmächtigen Schritte bei der FIFA genau wusste, was er will und was er tat. Dabei ist der ausgeprägte Ehrgeiz von Infantino, sein starkes Streben nach Erfolg, Anerkennung, Beachtung und Macht, unverkennbar.
Nach den Enthüllungen bestimmter Damen im politischen Nordamerika (um Donald Trump, Elon Musk, Eppstein & Co.) fragten sich viele kritische Beobachter und Psychologen: Besteht bei machtgeilen Alpha-Männern mit gesteigertem Drang zur Selbstdarstellung und kleinen Händen eine „Gemächt-Kränkung“? Und ist sie vielleicht Ursache für gesteigerten Geltungsdrang und starke Bewunderungssucht mancher großer und kleiner Politiker mit "kleinen Händen" oder einem Aussehen, das ihnen selbst nicht gefällt?
Beim großen Giovanni Vincenzi Infantino darf man sich hingegen fragen, was ist bei den vielen Millionen, die er verdient und bei den Milliarden, die er bisher mit der FIFA einnahm, die Ursache für seinen sichtbaren Geltungsdrang?
Empfehlung zum Rücktritt:
Ein Kommentar zu FIFA-Präsident Gianni Infantino.
Für eine „Gelbe Karte“ ist es längst zu spät. Gianni Infantino steht seit Jahren für Kontroversen statt für den Fußball. Eigentlich sollte ein FIFA-Präsident dafür sorgen, dass über Tore, Emotionen und Weltmeister gesprochen wird. Stattdessen dominieren mit Gianni Infantino immer wieder politische Auftritte, wirtschaftliche Interessen und fragwürdige Entscheidungen die Schlagzeilen. Der Fußball gerät dabei zunehmend in den Hintergrund.
Erst vor wenigen Wochen sorgte der Plan, Teile der kommerziellen FIFA-Rechte an Investoren zu verkaufen, für heftige Kritik. Nach massivem Widerstand der Verbände musste die FIFA das Vorhaben wieder fallen lassen. Der Eindruck blieb jedoch bestehen: Für den Weltverband unter Infantino scheint der wirtschaftliche Wert des Fußballs immer wichtiger zu werden als der Sport selbst.
Doch diese Debatte reiht sich nur in eine lange Liste ein. Bereits die Vergabe der Weltmeisterschaft 2034 an Saudi-Arabien wurde von Menschenrechtsorganisationen und zahlreichen Fußballfans scharf kritisiert. Schon bei der WM 2022 in Katar geriet Infantino wegen seines Umgangs mit der Kritik an den Menschenrechtsbedingungen weltweit in die Schlagzeilen. Anstatt Vertrauen zu schaffen, hinterließ seine "Infantino-FIFA" erneut offene Fragen.
Auch seine demonstrative Nähe zu Donald Trump während der Weltmeisterschaft sorgte für Unverständnis. Ein FIFA-Präsident sollte politische Neutralität verkörpern und Brücken bauen – nicht den Eindruck erwecken, sich auf die Seite einzelner Politiker zu stellen. Bereits Ende 2025 verlieh Infantino in vermeintlicher Eigenmacht einen eigens geschaffenen FIFA „Friedenspreis“ an Donald Trump. Kritiker sahen darin einen klaren Verstoß gegen die politische Neutralität, zu der sich die FIFA selbst verpflichtet hat. Als später auch noch eine Rot-Sperre eines US-Spielers nach einem direkten Eingreifen Trumps aufgehoben wurde, verstärkte sich bei vielen der Eindruck, dass politische Nähe plötzlich mehr Gewicht haben könnte als neutrale sportliche Entscheidungen. Wieder sprach die Fußballwelt über den Präsidenten und nicht über den Sport.
Ein FIFA-Präsident darf nicht selbst zum größten Diskussionsthema werden. Doch genau das ist Gianni Infantino in den vergangenen Jahren geworden. Zu viele Kontroversen, zu viele fragwürdige Entscheidungen und zu viele Schlagzeilen abseits des Rasens haben das Vertrauen vieler Fans erschüttert. Irgendwann ist das Maß voll. Dieser Zeitpunkt ist erreicht. Gianni Infantino muss jetzt die Rote Karte gezeigt werden. Er darf, nach diesen vielen Erfahrungen mit ihm, jetzt für das Amt des FIFA-Präsidenten als „moralisch ungeeignet“ angesehen werden. Der Weltfußball braucht einen Neuanfang – und der beginnt an der Spitze der FIFA.
Für Gianni Infantino bleibt deshalb nur ein konsequenter Schritt: der Rücktritt.