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Sonntag, 26. Juli 2026
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Donaueschinger Bürgermeister Severin Graf sagt servus!

Donaueschingens hauptamtlicher Beigeordneter Severin Graf, Bürgermeister und Stellvertreter des Oberbürgermeisters, sagt „Servus“ in "Paulys-Rathaus".

Das Wort „servus“ stammt aus der lateinischen Sprache und bedeutet eigentlich "Sklave" oder "Knecht" und in der Ursprungsbedeutung - in Ehrerbietung: „ich bin dein Diener“ oder „ich bin zu Diensten“. Jetzt will Graf vernmeintlich nicht mehr „SERVUS“ sein und sich fast alles von Pauly abnicken lassen oder er befürchtet, nicht mehr gewählt zu werden. Am 14. März 2027 ist Schluss mit Severin Graf als Bürgermeister von Donaueschingen.

Graf teilte in der öffentlichen Gemeinderatssitzung gestern dem versammelten Gremium in öffentlicher Sitzung mit, dass er sich nach Ablauf seiner 8-jährigen Amtszeit nicht mehr zur Wiederwahl stellen will. Der noble, liebenswürdige und rücksichtsvolle Severin Graf teilte den Stadträten mit, es seien ausschließlich private Gründe, weshalb er sich nicht mehr zur Wiederwahl stelle. Wörtlich sagte er philosophisch-vieldeutig: „Nicht dass ich es nicht mehr machen will, aber alles hat seine Zeit – irgendwie tut sich wieder eine neue Tür auf.“

Einst, im Januar 2019, machte Severin Graf ein Los zum Bürgermeister von Donaueschingen. Der zweite Bürgermeister in der großen Kreisstadt wird nicht, wie der Oberbürgermeister, vom Volk gewählt, sondern vom Gemeinderat. Und der konnte sich damals nicht auf einen Nachfolger für den allseits geschätzten, starken und tüchtigen Bürgermeister Bernhard Kaiser einigen. Bereits im Vorfeld der Wahl hatte es im Getriebe der Donaueschinger Kommunalpolitik heftigen Wirbel gegeben, und so gab es im kommunalen Machtkampf der eigentlichen Mächtigen in der Stadtregierung, bei den Stadträten und Stadträtinnen, Stimmengleichheit zwischen den Kandidaten Severin Graf und Jürgen Maas. Weil sie sich nicht auf einen Kandidaten einigen konnten, musste im Losverfahren entschieden werden, wer Bürgermeister wird. Damals musste der jüngste Stadtrat Philipp Janosch in der Ratssitzung „Losfee“ spielen. Janosch zog Graf und machte ihn zum Bürgermeister.

Graf ist ein liebenswürdiger, hilfsbereiter Mensch, doch er hatte unter dem „vermeintlich einnehmenden“, omnipräsenten und stets auf eigene Bilder und auf "eigene Selbstsendung" scharfen Pauly eine schwierige Amtszeit in Donaueschingen. Zuletzt musste er sich mit einem Machtverlust durch Entzug von Zuständigkeiten abfinden und einige bittere „Pauly-Pillen“ still und brav schlucken. Graf war von 2001 bis 2017 Bürgermeister der Hegau-Stadt Aach und war zweimal in dieses Amt gewählt worden. Sein Wechsel von der kräftig schüttenden Aachquelle an die nur mäßig schüttende Donauquelle war aber vermutlich kein Glücksgriff, obwohl er mit seinem freundlichen, vermittelten Temperament und seiner vertrauten alemannischen Sprache eigentlich gut bei den Menschen ankam. Im Volksmund hörte man deshalb diese Meinung: „Dem freundlichen Graf fehlte des Kaisers starke Durchsetzungskraft gegen Pauly“.

Es gibt noch Politiker, die nicht an ihrem Stuhl kleben, sondern dieses Stufengedicht von Hermann Hesse in ihrem Herzen und in ihrem Kopf wirken lassen:
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