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Schwarzwald-
   Baar-Kreis
Dienstag, 3. März 2026
ISSN 2698-6949
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Wird dieses VS-Abenteuer am Abend teuer? Villingen-Schwenningen baut neuen Bade-Tempel für 55 Millionen Euro!

55 Millionen-Abenteuer für neues Zentralbad in Villingen-Schwenningen? (Bild: Stadt Villingen-Schwenningen)

Hole guten, besseren Rat, vor der großen Tat. Die überlegte Annahme von gutem Rat mache schwere Taten erfolgreicher. Das schrieb der Publizist Werner Semmler jetzt in einem offenen Brief an den Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen. Denn: Ein neues, teures Zentralbad in Villingen-Schwenningen kommt!

Im Juni 2024 brachte der Bürgerentscheid zur Zukunft der Bäderlandschaft in Villingen-Schwenningen ein eindeutiges Ergebnis: 59,62 Prozent der abstimmenden Bürgerinnen und Bürger haben sich für ein neues, gemeinsames Bad am Standort Klosterhof (zwischen den beiden Stadtbezirken Villingen und Schwenningen) ausgesprochen. Im November 2025 wurde der Vorentwurf öffentlich präsentiert.

Das neue Zentralbad soll voraussichtlich 55 Millionen Euro kosten, wovon 5 Millionen Euro die Bäder Villingen-Schwenningen GmbH und 50 Millionen Euro die Stadt Villingen-Schwenningen tragen sollen. Das „Zentralbad“ befindet sich derzeit noch in der Planungsphase. Nach aktuellem Stand soll frühestens 2027 mit dem Bau begonnen werden. Geplant ist ein 50-Meter-Sportbecken, ein 25-Meter-Becken sowie ein Mehrzweck- und ein Lehrschwimmbecken. Es soll zudem ein Familienbereich mit Erlebnisbecken und Rutschen, eine Saunalandschaft, eine Zuschauertribüne und eine Bade-Restaurant im neuen Bad errichtet werden. Damit sich der Bau des Bades hinsichtlich von künftigen Kostensteigerungen nicht (wie Stuttgart21) zum absoluten kommunalen Albtraum entwickelt, hat sich der Publizist Werner Semmler in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Jürgen Roth gewandt. Er hat darum gebeten, durch sorgfältige Planung und effektive Kostenkontrolle einen „Finanz-Hurrikan“ für die Stadt Villingen-Schwenningen zu vermeiden. Er hat dem Oberbürgermeister geraten, die gewaltige Investition der Stadt durch die Wahl eines schlagkräftigen Namens für das neue Bad werblich professionell zu nutzen.

Regionalia, die kostenlose, werbefreie, gemeinnützige Internet-Zeitung für freies Wissen und wahre Information, veröffentlicht nachfolgend seinen offenen Brief an den Oberbürgermeister. 

 

Offener Brief an
Oberbürgermeister Jürgen Roth

                                                                                                     3. Februar 2026

Sehr geehrter Herr Roth, Sehr geehrter Herr Gülpen,

Sie wollen am Klosterhof ein neues Zentralbad für Villingen-Schwenningen bauen und dafür mindestens 55 Millionen Euro ausgeben. Wie bei „Stuttgart 21“ könnte dieses „Abenteuer“ am Abend teuer werden. Sollte es wesentlich mehr kosten, könnte dies in den Kassen der Stadt am Ende einen „Finanz-Hurrikan“ verursachen. Ich verweise auf die angespannte Finanzlage der Städte und Gemeinden; viele müssen derzeit bei den Sparkassen sogenannte „Kassenkredite“ aufnehmen. Auch die Unternehmen berichten von wachsenden Problemen. Bei rückläufigen Gewinnen und steigenden steuerlichen Abschreibungen werden in der Folge auch die Gewerbesteuereinnahmen sinken.

Deswegen empfehle ich Ihnen höchstfürsorglich, für das Projekt Zentralbad sachkundige, strenge Kosten-Experten sowie exakte Planer und Bauleiter einzusetzen. Schon jetzt ist die städtische Bädergesellschaft bekanntlich keine Geldquelle, sondern eine Verlustquelle.

Wenn nun aber die Bevölkerung entschieden hat, dass sie ein neues Zentralbad will, dann sollten Sie die gewaltigen Investitionen werblich nicht mit einem dämlichen „Allerweltsnamen“ verschleudern. Wählen Sie stattdessen für das Bad einen strahlenden Marketing-Namen mit Zugkraft im ganzen Land. Wie ich hörte, haben Ihre Experten den Namen „WELLE“ ins Auge gefasst. Mit „Welle“ können Sie (ebenso wie mit „Klosterbad“) keine überregionale Werbung für Villingen-Schwenningen generieren, weil der Begriff „blutleer“ ist und nicht spezifisch für die Stadt wirbt.

Sie sollten sich daher überlegen, was typisch für die Stadt steht, was anziehend sowie attraktiv ist und was man geographisch begehrenswert mit Villingen-Schwenningen verbindet. Es sind der Schwarzwald, der Neckar und die Brigach. Da der Neckar und die Brigach niemals eine solche Strahlkraft wie der Schwarzwald haben werden, rate ich zur Verwendung dieses weltberühmten Namens. Ich würde zum Namen ein modernes Bild-Logo entwerfen lassen, das einen roten Schwarzwälder Bollenhut, eine grüne Schwarzwaldtanne und einen blauen Bachlauf kombiniert. Denn wer, wenn nicht Villingen, kann den Schwarzwald als weltberühmten Begriff nutzen?

Ich schlage Ihnen folgende Namen zur Auswahl vor:

  • Schwarzwald-Therme oder Schwarzwald-Baar-Therme

  • Schwarzwald-Quelle oder Schwarzwald-Baar-Quelle

  • Schwarzwald-Bad oder Schwarzwald-Baar-Bad

  • Schwarzwald-Welle oder Schwarzwald-Baar-Welle

  • Schwarzwald-Gesundbrunnen

  • Neckar-Quelle oder Neckar-Welle

Jeweils mit dem Untertitel: Villingen-Schwenningen.

Die weltberühmte schwedische Schauspielerin und Sängerin Zarah Leander sang in ihrem damaligen Welthit diesen Liedtext von Bruno Balz: „Abenteuer sind am Abend teuer, doch noch teurer sind sie bei Nacht... Abenteuer sind am Abend teuer, wenn es was sein soll, dann kostet es auch was.“

Da Badegäste für das Badevergnügen in der Regel keine ausreichende „Vergnügungssteuer“ zahlen, kann die Kostenkontrolle hier entweder zum Meisterstück oder zum politischen Totschläger mutieren.

Ich wünsche Ihnen bei der Verwirklichung Ihres Jahrhundertprojekts Geist, Verstand, Tatkraft und Glück.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Semmler

Hier geht es zur Antwort des Oberbürgermeisters:

https://www.regionalia.de/schwarzwald-baar-kreis/abenteuer-mit-neuem-vs-zentralbad-im-kontroll-blick-oberbuergermeister-juergen-roth-antwortet-auf-brief_A18459

  (Schwarzwald-Baar-Kreis, Artikel-Nr. 18456 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 19.02.2026 20:44.

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1 Kommentar(e)

22.02.2026 23:32:13 Zuletzt geändert am 23.02.2026 18:51:41 von Schneider   #1

Schneider (Leser)
   
Registriert seit: 22.02.2026
Beiträge: 1
Wow, ein sehr intelligenter Brief mit einer tollen Anregung. In Donaueschingen hatten sie ja mit ihrem "Parkschwimmbad" auch keinen zündenden Einfall, der weiträumig für sie und die Donau wirbt. In Tuttlingen waren sie mit dem "TuWass" so ideenlos wie formale Beamte, denn "Tuwas" schreibt sich nicht mit zwei s und wer sollte wissen, damit sei Tuttlingen gemeint? "TUTwas" wäre da viel besser (Autokennzeichen TUT) gewesen, doch wer in Beamtenstuben hat so viel Hirnschmalz? Hallo tuten? In Rottweil haben sie mit dem Namen "aquasol" auch einen Hohlnamen genommen, der nicht für die Stadt wirbt. In den Stuben der Beamten sind halt selten Marketing-Experten, die verstehen, dass man auch die Zugkraft von Namen bedenken muss, wenn man Millionen für Bäder ausgibt. Gefällt mir ihre Methaper mit der Zhara Leander!

 


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