Das ist der Appell der Bürgermeister im Originaltext:
Schwarzwald-Baar-Klinikum - Standort Donaueschingen
Zukunftsperspektive: Aufbau einer ambulanten Notfallversorgung im Südkreis
Gemeinsamer Appell der Bürgermeister aus dem Südkreis
des Schwarzwald-Baar-Kreises:
Durch eine Schließung des Donaueschinger Standorts unseres Schwarzwald-Baar-Klinikums und eine Verlagerung an den Standort in Villingen-Schwenningen soll laut Gutachten der WMC Healthcare GmbH eine Einsparung für das Klinikum in den kommenden 10 Jahren in Höhe von 77,5 Millionen Euro erzielt werden. Diese Schließung hat auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung vor Ort.
Die prognostizierte enorme Kostenersparnis ist die Grundlage, auf der die Träger des Klinikums, nämlich die Stadt Villingen-Schwenningen und der Landkreis, über die Zukunft des Klinikums und die Schließung des Standorts Donaueschingen entscheiden werden. Diese wollen wir mit dem Appell auch nicht in Frage stellen.
Die Stadt Villingen-Schwenningen hat sich zudem aktuell dafür ausgesprochen, sich zulasten des Landkreises nicht mehr an einem Defizit des Klinikums beteiligen zu wollen. Damit verschiebt sich auch die finanzielle Verantwortung hin zum Landkreis.
Eine Schließung des Standorts in Donaueschingen wird sich negativ auf die medizinische Versorgung im Südkreis unseres Landkreises auswirken. Bereits im kommenden Jahr kann aufgrund der Krankenhausreform die Notaufnahme in Donaueschingen nicht mehr weiter betrieben werden. Die Notaufnahme ist jedoch eine zentrale Anlaufstelle für unsere Bürgerinnen und Bürger und damit Teil der ambulanten Versorgung.
Die Bürgermeister des Südkreises aus den Städten Bad Dürrheim, Blumberg, Bräunlingen, Brigachtal, Donaueschingen und Hüfingen appellieren daher an die Trägergremien, den Südkreis finanziell dabei zu unterstützen, dass die medizinische Versorgung auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann. Der Südkreis verliert den Krankenhausstandort und die Notaufnahme. Daher stellt sich die Situation anders dar als in Villingen-Schwenningen, wo die Stadt ein kommunales medizinisches Versorgungszentrum etabliert hat und das Klinikum und der Landkreis nur ideelle Partner sind.
Wir appellieren daher an die Gesellschafter, dass das Klinikum für die Versorgung vor Ort auf der Südbaar einen substanziellen finanziellen Beitrag leistet und nicht nur eine ideelle Unterstützung zusagt. Wir wollen damit auch einen konstruktiven Beitrag in der Diskussion leisten und eine Brücke bauen.
Für die von uns geforderte ambulante Notfallversorgung soll im Sinne einer Gesamtkonzeption des Klinikums ebenfalls eine Förderung aus dem Transformationsfonds beantragt werden.
Bürgermeister Jonathan Berggötz, Bad Dürrheim
Bürgermeister Markus Keller, Blumberg
Bürgermeister Micha Bächle, Bräunlingen
Bürgermeister Michael Schmitt, Brigachtal
Oberbürgermeister Erik Pauly und Bürgermeister Severin Graf, Donaueschingen
Bürgermeister Patrick Haas, Hüfingen