Mit ihren großformatigen Scherenschnitten zählt Miriam Huschenbeth zu den herausragendsten Künstlerinnen ihres Metiers. Handwerkliches Geschick und unerschöpfliche Phantasie prägen ihre aus Fragmenten und Bruchstücken geschnittenen Papierwelten. Was dargestellt ist, bleibt bewusst ambivalent: ein Geflecht, in dem der Betrachter sich fin den, aber auch verlieren darf. Man sieht Totenschädel, Blumen, einen Schmetterling, einen Vogel, schließlich einen Frauenkopf, dazu eine Hand, einen Fuß, der sich zu einem ruhenden Körper vervollständigt. In ihren Werken beschäftigt sich Huschenbeth mit existentiellen Zuständen des Menschen: mit Leben und Tod, Kommen und Vergehen, aber auch Sehnsüchten, Träumen und Erinnerungen. »Mir gefällt am Scherenschnitt, dass er sich zwischen den Dimensionen zu befinden scheint, auch wenn der Scherenschnitt selbst zweidimensional ist, wirkt er am besten in der Dreidimensionalität, wenn er mit Abstand vor einer Wand hängt und somit ein Schattenwurf entsteht« (Miriam Huschenbeth).
Miriam Huschenbeth, in Schramberg geboren, hat zunächst Malerei und Zeichnen an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste Karls ruhe studiert, angeschlossen vom Studium Intermediales Gestalten mit Schwerpunkt Performance in Stuttgart. Im Jahr 2009 erhielt sie ein Projektstipendium der Akademie Schloss Solitude. Ihre Arbeiten stellt sie in ganz Baden-Württemberg aus und verbindet im Rahmen von Veranstaltungen ihre Kunst mit Musik und Szenischem. Zwei Jahre hat die Filmemacherin und Musikerin Carla Fuchs Miriam Huschenbeth begleitet – im Atelier, auf Ausstellungen, bei Performances. Prismenspiele erscheint im Kontext ihres Engagements für die Sichtbarkeit von Frauen in Kunst und Musik. Der Film zeigt Miriam Huschenbeth als Künstlerin in all ihren Facetten – mit ihren Scherenschnitten, Bildern, Kinderbüchern, Texten und Performances. Er gibt Einblick in ihr familiäres Umfeld, in dem Kunstschaffen, Alltag und Inspiration eng miteinander verwoben sind. Die Filmmusik stammt von Hans-Joachim Irmler, Klangforscher und Mitbegründer der Krautrockband Faust.
Text- und Bildmaterial © Kommunales Kino guckloch Donaueschingen.