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Millionengeschäfte mit neuen Friedhofs-Konzepten? Werden Kommunen vom selbst ernannten Freiburger „Friedhofsexperten" Weiher abkassiert?

Millionengeschäfte mit neuen Friedhofs-Konzepten? Werden Kommunen vom selbst ernannten Freiburger „Friedhofsexperten" Weiher abkassiert? (Bild: Werner Semmler)

„Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann“, heißt es süffisant in Mario Puzos Roman „Der Pate“.

Ein ähnlich unwiderstehliches Angebot hat wohl vermeintlich Stefan Lubowitzki aus Freiburg im Breisgau in der Aktentasche, wenn er bundesweit die Bürgermeister der Kommunen und ihre Friedhofsverwalter besucht. Denn diese erscheinen öfter mit der Verwaltung ihrer Friedhöfe überfordert, können die Kosten ihrer Friedhöfe oft nicht einmal selbst kalkulieren, reduzieren und in den Griff bekommen, brauchen dann am besten saftige Gebührenerhöhungen und dafür ein Alibi mit einem Gutachten oder einem neuen Friedhofs-Konzept, das sie (und ihren Gemeinderat) bei Fehlgriffen aus der Verantwortung nimmt. Man erinnert sich dabei unweigerlich an die gescheiterte deutsche Fußball-Nationalmannschaft, als anständig bezahlte Star-Spieler bei der WM keinen Elfmeter schießen wollten, weil sie die Verantwortung fürchteten.

Der „Sport-Entertainer“ Stefan Lubowitzki ist Vertriebsprofi und kam auf die geniale Idee, sich den überforderten Kommunen als selbst erkannter „Friedhofs-Experte“ anzudienen und diese in langfristige Verträge zu ziehen. Zunächst verkauft er ihnen einen sogenannten „Workshop-Strategietag Friedhofsplanung 2050“, um anschließend vermeintlich einen Auftrag für ein neues Friedhofskonzept zu ergattern. Von der Stadt Donaueschingen verlangte er, nur für den Strategietag, ein Honorar von 13.750 Euro, welches ihm Friedhofsverwalter Jochen Amma anstandslos zugestand. Die Gemeinde Reichenau im Bodensee folgte nach dem bezahlten „Workshop-Strategietag“ dem unwiderstehlichen Angebot des Entertainers und Friedhof-Experten Stefan Lubowitzki, wie dem Paten von Mario Puzo, und zahlte bisher 66.000 Euro für sein geliefertes Friedhofskonzept. Reichenau hat nur 5200 Einwohner und bei rund 60 Sterbefällen pro Jahr wird bei Umlegung dieser Kosten sofort klar, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieses „geldschöpfenden Friedhofskonzeptes“ sind.

Lubowitzki teilte unserer Zeitung auf Nachfrage mit, dass er im Jahr 2025 sagenhafte 362 Friedhofsprojekte betreute. Würde er bei jedem Projekt, wie bei der Gemeinde Reichenau, 66.000 Euro kassieren, kämen Lubowitzki mit seiner vermeintlichen „Friedhofs-Masche“ und seinen verkauften und honorierten Raster-Schablonen, die er vermeintlich immer wieder und immer öfter für neue, naive vermeintliche „Gemeinde-Opfer“ kopiert, auf geschätzte Einnahmen von 23.892.000 Euro. Unsere Pressefragen zur Höhe seiner Preise, Honorare und Einnahmen beantwortete Lubowitzki leider nicht konkret.

Wir recherchieren daher noch bei den betroffenen Gemeinden und werden hier über die Ergebnisse berichten. 

Zurzeit wirbelt ein gewisser Stefan Lubowitzki aus Freiburg die Friedhöfe und Kommunen des Landes auf. Er berühmt sich als „führender Friedhofsexperte“ und Marktführer Deutschlands mit rund 35 Jahren Erfahrung und soll unter seiner Firma WEIHER GmbH mit sogenannten „Workshops“ und „Friedhofs-Konzepten“ kräftig bei Kommunen im ganzen Land vermeintliche Honorare und Entgelte abkassieren. Tatsächlich ist Lubowitzki aber erst 2021 als Geschäftsführer und Gesellschafter bei der Weiher GmbH eingestiegen. Zuvor war Lubowitzki als „Sport-Entertrainer“ tätig und rühmte sich mit der Expertise von 25 Jahren Erfahrung als „Stadionsprecher, Moderator und Sport-Entertainer“. Lubowitzki hatte die Weiher GmbH, nach der Gründung 2008 durch den Marketing-Experten Tobias Weiher (jetzt Mahalo-Marketing GmbH in Zürich), 2021 vom bisherigen Geschäftsführer Veit Cornel Hilser übernommen. Marketing-Experte Weiher wirbt für sich mit dem Slogan: „Die Verwandlung von Blei in Gold – in Businnes, Teams und Menschen“. Die „bleischweren“ Friedhöfe der Städte und Gemeinden in „goldene Honorare“ für Weiher und in Zahllasten für die Gemeinden und in höhere Gebühren für die Angehörigen von verstorbenen „zu verwandeln“, das scheint das neue Ziel der früheren Buddys Weiher & Friends zu sein.

Veit Cornel Hilser handelt in seiner Firma „Salcona e.K.“ mit Verpackungsmaterialien und Verbrauchsgütern und war nach Tobias Weiher Geschäftsführer der Weiher GmbH, die zuvor ebenfalls damit handelte und kein „Friedhofsexperte“ war. Veit Cornel Hilser engagierte sich auch in der „Tank You Hero eG“. Weiler, Hilser und Lubowitzki sind oder waren „Best Friends“ mit dem Schwerpunkt Coaching und Changemanagement, Strategieberatung und Consulting. Stefan Lubowitzki kam vermeintlich auf die "Geschäftsidee", den Kommunen den noch vollkommen unbestimmten Wandel im Geschäft mit dem Verkauf von sogenannten „Strategie-Workshops“, Friedhofs-Konzepten und sonstigen Dienstleistungen teuer zu verkaufen, durch seinen spekulativen, aber verkäuferisch wirksam vorgetragenen Blick in die unbekannte Glaskugel der künftigen Entwicklung des Bestattungswesens. Lubowitzki will den Kommunen möglichst sein „Gesamtpaket Friedhof“ verkaufen und daran verdienen. Er argumentiert mit den Verlusten der Kommunen im Friedhofswesen und verkauft ihnen in der Regel zunächst für ein saftiges Honorar einen sogenannten „Strategie-Workshop“, zu dem der Bürgermeister, die Gemeinderäte und die örtlichen Vertreter der Kirchen und des Bestattungswesens eingeladen werden. Bereitwillig geben die Friedhofsverwaltungen Lubowitzki die Friedhofs- und Bestattungsdaten, und er kann sie wirkungsvoll und mit Bildern in seinen Verkaufsvortrag einarbeiten. In diesem Forum erhält er unter dem Deckmantel der fachkundigen Beratung eine optimale, bezahlte Verkaufsveranstaltung für seine Dienstleistungen. In Wahrheit ist er aber nicht selbstloser „Berater“, sondern gewiefter Verkäufer. Er zieht die Gemeinde danach in vermeintliche Knebelverträge, die im freien Werturteil so genannt werden dürfen, weil sie die Gemeinden in der Folge zu mehrfachen Zahlungen verpflichten. Die Teilnehmer werden in dem bezahlten „Workshop“ mit Notizblock, Schreibgerät und Ideen-Kärtchen versorgt, dürfen Anregungen und Ideen einbringen und arbeiten damit unbewusst an der von Lubowitzki mit viel Sprachwitz vorbereiteten künftigen Auftragserteilung für seine Weiher GmbH durch den jeweiligen Gemeinderat. Weiher verspricht ein Friedhofs-Konzept, bei dem die Kommunen und Friedhofsverwalter nicht mehr selbst kalkulieren, rechnen, Einsparungen vornehmen oder Gebühren erhöhen müssen, sondern sich bequem auf ein willkommenes Alibi, nämlich auf das selbst entwickelte Friedhofs-Konzept von Weiher, verlassen dürfen. Danach füllt Weiher die Daten in seine Programme, vereinigt seine Raster-Schablonen mit den spezifischen Daten und Bildern der betreffenden Gemeinden und präsentiert „mit Pauken und Trompeten“ und mit großen Worten und großer öffentlicher Wirkung das von der Gemeinde erstellte „Neue Friedhofs-Konzept“. Nachdem er das Honorar für den sogenannten Strategie-Workshop kassiert hat, kassiert er weitere Honorare von den Gemeinden.

 

Mehr dazu folgt in Kürze hier!

 

Wir haben an die Firma Weiher diese Fragen gestellt:

Sehr geehrter Herr Lubowitzki,

für einen umfassenden und ausführlichen Bericht über künftige Friedhofsgestaltung bitte ich Sie um Beantwortung folgender Pressefragen:

Sie teilen mit, Sie seien bundesweit das einzige Unternehmen, das sich als „Friedhofsexperten“ zu 100 % ganzheitlich auf Friedhofsentwicklung spezialisiert habe und derzeit 362 Projekte betreue.

Pressefragen:

Welches sind die 362 Projekte?
Bitte senden Sie uns eine Liste mit den Namen der 362 Projekte/Gemeinden

Wie sind Ihre Preise für Ihre angebotenen einzelnen Module?
Bitte senden Sie uns eine vollständige Preisliste

Sie bieten einen sogenannten Strategietag als Workshop an.
Was kostet so ein Strategietag die jeweilige Kommune?

Berechnen Sie allen Kommunen die gleichen Preise oder haben Sie für den Strategietag unterschiedliche Preise?

Was ist in dem Preis für den Strategietag/Workshop enthalten?

Wie geht es danach weiter?
Welche Kosten berechnen Sie in der Folge für welche Leistungen?

Was kostet eine Machbarkeitsstudie und was ist im Preis enthalten?

Was berechnen Sie für Strategieberatungen?

Was berechnen Sie für diese Planungen?

  1. Friedhskonzeption

  2. Objektplanung

  3. Bereichsplanung

  4. Bedarfskalkulation

  5. Personalplanung

  6. Vermessung

  7. Digitalisierung

  8. Bodengutachten

Was berechnen Sie für den Betrieb?

  1. Gebührenkaluklation

  2. Satzungserstellung

  3. Marketing

  4. Projektmanagement

  5. Projektoptimierung

  6. Erfolgssicherung

  7. Beratung

  8. Belegsteuerung

Was berechnen Sie für Grabsysteme?

  1. Baumgrabsysteme

  2. Wiesengrabsysteme

  3. Urnenwände

  4. Urenenstelen

  5. Innenkolumbarien

In einer getrennter Recherche befragen wir die betroffenen Gemeinden über ihre geleisteten Zahlungen

  (Regionalia Deutschland, Artikel-Nr. 19528 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 08.07.2026 10:12.

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