Wortbeitrag / Antrag auf Vertagung – Donauhallen
Lieber Bürgermeister, liebe Kolleginnen & Kollegen, liebe Gäste
ich beantrage, diesen Tagesordnungspunkt zu vertagen und die Entscheidung heute noch nicht zu treffen.
Nicht, weil ich grundsätzlich gegen eine Bewirtschaftung der Donauhallen bin, sondern weil ich der Meinung bin, dass wir uns hier zu früh auf ein Modell festlegen und andere Möglichkeiten nicht ausreichend geprüft haben. Wir treffen hier eine Entscheidung mit Auswirkungen für viele Jahre. Deshalb sollten wir uns die Zeit nehmen, verschiedene Lösungen sorgfältig zu betrachten und nicht vorschnell den Weg wählen, der auf den ersten Blick am einfachsten erscheint.
1. Monopol statt Wettbewerb
Das vorgeschlagene Modell setzt auf einen exklusiven Caterer.
Das bedeutet:
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Ein Anbieter bestimmt über Jahre die Preise und Bedingungen.
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Veranstalter haben keine Wahlmöglichkeit.
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Vereine, Schulen und Privatpersonen müssen die vorgegebenen Konditionen akzeptieren.
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Es gibt keinen laufenden Wettbewerb, der Preise und Leistungen reguliert.
Wir sprechen sonst immer davon, wie wichtig Wettbewerb ist.
Warum schaffen wir dann hier bewusst eine Monopolstellung?
Ein Monopol mag auf den ersten Blick organisatorisch einfacher sein, aber es birgt immer die Gefahr steigender Preise und sinkender Flexibilität.
2. Gefahr für Vereine und Ehrenamt
Viele Veranstaltungen in unserer Stadt werden von Vereinen getragen.
Diese Vereine arbeiten ehrenamtlich und kalkulieren oft jeden Euro.
Wenn Cateringkosten steigen oder verpflichtend werden:
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sinkt die Wirtschaftlichkeit von Veranstaltungen,
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werden Feste schwieriger durchzuführen,
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und manche Veranstaltungen finden möglicherweise gar nicht mehr statt.
Am Ende verlieren nicht die Caterer.
Am Ende verlieren die Vereine, die Ehrenamtlichen und das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt.
3. Veranstaltungen wandern ab
Wir müssen uns die Frage stellen:
Warum sollen Menschen ihre Veranstaltung in den Donauhallen durchführen, wenn es anderswo günstiger und flexibler möglich ist?
Wir erleben bereits heute, dass beispielsweise Gymnasium-Abgänger ihre Abschlussfeiern teilweise in anderen Gemeinden wie Bräunlingen durchführen.
Das sollte uns zu denken geben.
Unser Ziel muss sein:
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Veranstaltungen nach Donaueschingen zu holen,
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die Donauhallen attraktiv zu machen,
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und nicht durch zusätzliche Hürden dafür zu sorgen, dass Veranstaltungen abwandern.
Die Donauhallen müssen nicht nur modern und hochwertig sein.
Sie müssen auch wirtschaftlich sinnvoll nutzbar bleiben.
4. Die eigentliche Aufgabe muss die Auslastung der Donauhallen sein
Die zentrale Frage darf nicht lauten:
„Wie organisieren wir möglichst einfach das Catering?“
Die eigentliche Frage muss lauten:
„Wie sorgen wir dafür, dass möglichst viele Menschen die Donauhallen nutzen?“
Jede Veranstaltung bringt:
Eine volle Halle ist am Ende wichtiger als ein exklusiver Caterer.
5. Alternative Modelle statt Monopol
In der Vorlage wird hauptsächlich das Modell eines exklusiven Caterers betrachtet.
Dabei gibt es durchaus andere Möglichkeiten, die geprüft werden sollten.
Mehrere zugelassene Caterer
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Die Stadt definiert klare Qualitätsstandards.
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Mehrere Caterer können sich bewerben.
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Veranstalter entscheiden selbst, mit wem sie arbeiten möchten.
Vorteile:
Mischmodell für große und kleine Veranstaltungen
Nicht jede Veranstaltung hat dieselben Anforderungen.
Große Veranstaltungen:
Kleinere Veranstaltungen:
Zum Beispiel durch:
Viele kleinere Feiern benötigen keine vollständige Großküchenbewirtschaftung.
Oft reichen vorbereitete Speisen und ein überschaubarer Service.
Pool-Lösung für kleinere Veranstaltungen
Zusätzlich könnte die Stadt einen Helferpool aufbauen.
Zum Beispiel aus:
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Rentnern
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Nebenerwerbstätigen
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Studenten
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Vereinsmitgliedern
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interessierten Bürgern
Menschen also, die bereit sind, bei kleineren Veranstaltungen mitzuhelfen.
Damit könnten Veranstaltungen kostengünstig und flexibel durchgeführt werden.
Gleichzeitig würde man:
6. Die Küchenausstattung ist kein unlösbares Problem
Ein häufiges Argument für einen Exklusiv-Caterer ist der Schutz der hochwertigen Küchenausstattung.
Natürlich muss diese geschützt werden.
Aber dafür braucht man keinen exklusiven Caterer.
Dafür gibt es organisatorische Lösungen.
Zum Beispiel:
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Inventarlisten führen,
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Geräte vor der Veranstaltung kontrollieren,
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Geräte nach der Veranstaltung kontrollieren,
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Übergabeprotokolle erstellen,
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Schäden dokumentieren,
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Kautionen verlangen,
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Versicherungsnachweise einfordern.
Bei größeren Veranstaltungen kann der vom Veranstalter beauftragte Caterer ausdrücklich für die Küchenausstattung haften.
Das lässt sich vertraglich klar regeln.
Ja, das bedeutet zunächst etwas Arbeit.
Aber diese Arbeit muss nur einmal sauber ausgearbeitet werden.
Danach steht ein System, das dauerhaft funktioniert.
Wenn eine Lösung langfristig die besseren Ergebnisse verspricht, sollten wir bereit sein, diesen Aufwand zu investieren.
7. Zukunft gestalten statt Risiken verwalten
Ein weiterer Punkt ist die grundsätzliche Herangehensweise an diese Entscheidung.
Oft wird argumentiert:
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Was passiert, wenn niemand gefunden wird?
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Was passiert, wenn etwas schiefläuft?
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Was passiert, wenn ein Betreiber ausfällt?
Natürlich sind das berechtigte Fragen.
Aber solche Herausforderungen wird es immer geben – unabhängig davon, welches Modell wir wählen.
Auch ein exklusiver Caterer ist keine Garantie.
Was passiert, wenn:
Dann stehen wir vor denselben Problemen.
Deshalb sollten wir Entscheidungen nicht aus Angst vor möglichen Schwierigkeiten treffen.
Wir sollten den Mut haben, neue Wege zu denken und Lösungen auszuarbeiten.
Die Aufgabe eines Gemeinderates ist nicht, immer die einfachste Lösung zu wählen oder jede Herausforderung vermeiden zu wollen.
Unsere Aufgabe ist es, die beste Lösung für unsere Bürger, unsere Vereine und unsere Stadt zu finden.
Und wenn Herausforderungen auftreten, dann ist es unsere Aufgabe, gemeinsam Lösungen dafür zu entwickeln.
Genau dafür wurden wir gewählt.
Ein guter Plan zeichnet sich nicht dadurch aus, dass nie etwas schiefläuft.
Ein guter Plan zeichnet sich dadurch aus, dass man vorbereitet ist, wenn etwas schiefläuft.
Deshalb sollten wir bereits heute Alternativen mitdenken und nicht erst dann, wenn Probleme entstehen.
Schlusswort
Die Frage darf nicht sein:
„Was ist für einen Caterer am einfachsten?“
Die Frage muss sein:
„Was ist für die Donauhallen, die Vereine, die Bürger und die Stadt Donaueschingen langfristig am besten?“
Ich bin überzeugt, dass wir mit etwas mehr Mut, etwas mehr Kreativität und einer sorgfältigen Ausarbeitung eine bessere und flexiblere Lösung finden können als eine langfristige Monopollösung.
Wir sollten heute keine Entscheidung aus Angst vor möglichen Problemen treffen. Herausforderungen wird es immer geben. Entscheidend ist, ob wir bereit sind, Lösungen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen.
Ich möchte an dieser Stelle nur einen Gedanken mitgeben:
„Was uns heute leicht fällt, war irgendwann einmal schwer.“
Jede gute Lösung beginnt damit, dass jemand bereit ist, neue Wege zu denken und Herausforderungen anzunehmen.
Lassen Sie uns heute nicht die einfachste Entscheidung treffen, sondern die beste.
Deshalb beantrage ich die Vertagung dieses Tagesordnungspunktes.
Tevfik Ceylan GUB Fraktion"