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Freitag, 19. Juni 2026
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Rede von Bürgermeister Pascal Saffran zur Verabschiedung von Altbürgermeister Walter Laub.

Umkirchs Bürgermeister Pascal Saffran bei seiner Rede (Bild: Werner Semmler)

Am Freitag, dem 12. Juni 2026, verabschiedete Umkirchs neuer Bürgermeister Pascal Saffran – nach 24 Jahren Amtszeit – Walter Laub aus dem Amt als langjähriger Bürgermeister von Umkirch. Laub war nach drei Wahlperioden nicht erneut angetreten und Pascal Safran wurde überraschend und sensationell bereits im ersten Wahlgang unter drei BewerberInnen als neuer Bürgermeister von Umkirch gewählt. Pascal Saffran wurde am Dienstagabend, dem 9. Juni 2026, offiziell als neuer Bürgermeister der Gemeinde Umkirch vereidigt.

Zur Verabschiedung von Walter Laub hielt der neue Bürgermeister am 12. Juli 2026 seine erste große Rede vor einem großen Auditorium in der Turn- und Festhalle von Umkirch. Alle waren natürlich gespannt, welchen Charme und welche Redekunst Pascal Saffran dabei offenbaren würde.

Regionalia, die kostenlose, werbefreie und gemeinnützige Deutsche Zeitung für freies Wissen und wahre Informationen veröffentlicht nachfolgend die Verabschiedungsrede von Pascal Saffran. 

Abschiedsrede von Bürgermeister Pascal Saffran
für Altbürgermeister Walter Laub

Guten Abend sehr geehrter Herr Laub,
liebe Familie Laub,
sehr geehrter Herr stellvertretender Landrat und Bürgermeister Rein,
liebe Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen aus dem Sprengel,
liebe Mitglieder des Gemeinderats,
liebe Umkircherinnen und Umkircher,

für mich ist das heute Abend ein wirklich besonderer Anlass. Mit Herrn Laub verabschieden wir einen Bürgermeister, der Umkirch 24 Jahre lang geprägt hat. Um das einmal einzuordnen: Viele Menschen in unserer Gemeinde kennen ihr ganzes Leben lang keinen anderen Bürgermeister als Walter Laub. Und als sein direkter Nachfolger, der in solch große Fußstapfen treten darf, ist es mir eine besondere Ehre, diesen Abend moderieren zu dürfen.

Ich habe mir lange überlegt, was ich heute sagen soll. Mit Blick auf das straffe Programm (und die hohen Temperaturen) müssen Sie Gott sei Dank keine allzu lange Rede von mir ertragen.

Ich habe mich stattdessen dazu entschieden, weniger über die bekannten Erfolge von Herrn Laub zu sprechen. Dafür werden meine Nachredner sicherlich noch genügend Gelegenheit haben. Stattdessen möchte ich Ihnen ein paar Geschichten erzählen, die vielleicht nicht jeder kennt, die dennoch Einiges über den Menschen und Bürgermeister Walter Laub verraten.

Nun fragen Sie sich vielleicht, wie ich an diese Informationen gekommen bin. Und ich muss Ihnen sagen: Meine Antwort könnte Teile der Zuhörerschaft verunsichern. Ich habe nämlich unsere drei Amtsleiter befragt.

Und was dabei herausgekommen ist, möchte ich Ihnen nun erzählen.

Als ich selbst das erste Mal das Büro von Herrn Laub betreten habe, sind mir sofort die vielen Pflanzen aufgefallen. Später wurde mir schnell klar: Das war kein Zufall. Seine Liebe zu Pflanzen und Bäumen wurde von allen mehrfach betont. Offenbar durfte an Bäumen und Pflanzen auch nichts ohne seine Zustimmung geschehen.

Wenn man also über mich sagen würde, ich hätte einen grünen Daumen, dann müsste man über Herrn Laub sagen: Er hat mindestens zehn grüne Hände.

Und vielleicht erklärt das auch ein Stück seines Erfolgs als Bürgermeister. Denn Gemeinden sind in vieler Hinsicht wie Gärten: Man muss säen, pflegen, manchmal zurückschneiden und vor allem Geduld haben. Wer jeden Tag nur auf die Blüte wartet, wird schnell enttäuscht. Wer jedoch langfristig denkt, sich kümmert und Verantwortung übernimmt, kann erleben, wie etwas wächst und gedeiht.

Genau diese Haltung hat Herrn Laub über viele Jahre ausgezeichnet. Er hat unsere Gemeinde nicht nur verwaltet, sondern mit Geduld, Ausdauer und Weitblick entwickelt.

Ein zweites Thema, das bei meinen Gesprächen ebenfalls immer wieder genannt wurde, war die Interpunktion.  Warum?

Weil nahezu jedes Dokument, das man von Herrn Laub zurückbekommen hat, Satzzeichenkorrekturen enthielt.Was sagt das über einen Menschen aus?

Nun, zunächst einmal, dass man seine Kommas besser an die richtige Stelle setzt.

Vor allem aber spricht es für seine Akribie und seinen hohen Anspruch an die eigene Arbeit.

Und genau mit dieser Genauigkeit hat er sich auch den großen Themen unserer Gemeinde gewidmet. Projekte wurden sorgfältig vorbereitet, Entscheidungen gründlich abgewogen und Entwicklungen langfristig gedacht. Das Ergebnis sehen wir heute: Umkirch steht auf einem soliden Fundament und hat gleichzeitig die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Herr Laub hat sich in den vergangenen Monaten außerdem viel Zeit genommen, um mit mir offene Punkte und aktuelle Themen zu besprechen.

Dabei habe ich eines sehr schnell festgestellt: sein beeindruckendes Wissen in sämtlichen Bereichen.

Man könnte ihn vermutlich nachts um drei Uhr wecken - keine Sorge, Herr Laub, das habe ich nicht vor - und ihn mit nahezu jedem beliebigen Thema der Gemeinde konfrontieren. Er würde nicht nur sofort wissen, worum es geht, sondern wahrscheinlich auch direkt Rede und Antwort stehen können.

Seit einiger Zeit bekomme ich nun selbst einen Eindruck davon, wie groß die thematische Bandbreite in einer Gemeinde tatsächlich ist. Deshalb kann ich heute mit Überzeugung sagen: Dieses Wissen über aufzubauen und zu bewahren, das muss man erst einmal schaffen.

Und in unseren Gesprächen habe ich schnell gemerkt: Sie haben mir nicht nur Akten übergeben, sondern auch Haltung, Erfahrung und eine bemerkenswerte Ruhe im Umgang mit komplexen Themen. Vieles von dem, was Sie aufgebaut haben, wird mich in den kommenden Jahren begleiten. Ich werde es mit Respekt weitertragen - und gleichzeitig meinen eigenen Weg finden.

Lieber Herr Laub,  24 Jahre Bürgermeister einer Gemeinde zu sein, bedeutet weit mehr als Sitzungen zu leiten, Akten zu bearbeiten oder Projekte zu begleiten.

Es bedeutet, Verantwortung für eine Gemeinschaft zu übernehmen. Entscheidungen zu treffen, Entwicklungen anzustoßen und Menschen über viele Jahre hinweg zu begleiten.

Dafür möchten wir Ihnen heute Danke sagen.

Danke für 24 Jahre engagierten Einsatz für unsere Gemeinde. Sie können mit Recht stolz auf das sein, was Sie in dieser Zeit bewegt, gestaltet und auf den Weg gebracht haben. Viele Ihrer Spuren werden noch lange sichtbar bleiben.

Auch ich möchte mich persönlich bedanken - für die Offenheit, die Unterstützung und die Zeit, die Sie sich für die Übergabe genommen haben. Das ist keineswegs selbstverständlich.

Für Ihren neuen Lebensabschnitt wünschen wir Ihnen Gesundheit, Freude und Zeit für die Dinge, die Ihnen am Herzen liegen - und natürlich auch für die eine oder andere Pflanze.

Genießen Sie diesen Abend. Er ist mehr als verdient.   Vielen Dank.

  (Umkircher Nachrichten, Artikel-Nr. 19361 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 18.06.2026 20:26.

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