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Sonntag, 26. Juli 2026
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Millionengeschäfte mit neuen Friedhofs-Konzepten? Werden Kommunen vom selbst ernannten Freiburger „Friedhofsexperten" Weiher abkassiert?

Millionengeschäfte mit neuen Friedhofs-Konzepten? Werden Kommunen vom selbst ernannten Freiburger „Friedhofsexperten" Weiher abkassiert? (Bild: Werner Semmler)

„Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann“, heißt es süffisant in Mario Puzos Roman „Der Pate“.

Ein ähnlich unwiderstehliches Angebot hat wohl vermeintlich Stefan Lubowitzki aus Freiburg im Breisgau in der Aktentasche, wenn er bundesweit die Bürgermeister der Kommunen und ihre Friedhofsverwalter besucht. Denn diese erscheinen öfter mit der Verwaltung ihrer Friedhöfe überfordert, können die Kosten ihrer Friedhöfe oft nicht einmal selbst kalkulieren, reduzieren und in den Griff bekommen, brauchen dann am besten saftige Gebührenerhöhungen und dafür ein Alibi mit einem Gutachten oder einem neuen Friedhofs-Konzept, das sie (und ihren Gemeinderat) bei Fehlgriffen aus der Verantwortung nimmt. Man erinnert sich dabei unweigerlich an die gescheiterte deutsche Fußball-Nationalmannschaft, als anständig bezahlte Star-Spieler bei der WM keinen Elfmeter schießen wollten, weil sie die Verantwortung fürchteten.

Der „Sport-Entertainer“ Stefan Lubowitzki ist Vertriebsprofi und kam auf die geniale Idee, sich den überforderten Kommunen als selbst erkannter „Friedhofs-Experte“ anzudienen und diese in Verträge zu ziehen. Zunächst verkauft er ihnen einen sogenannten Workshop "Strategietag Friedhof 2050“, um anschließend vermutlich einen Auftrag für ein neues Friedhofskonzept für seine Weiher GmbH zu ergattern. Von der Stadt Donaueschingen soll er nach Angaben der Stadt für seinen Strategietag ein Honorar von 13.756,42 Euro brutto verlangt haben, welches ihm Friedhofsverwalter Jochen Amma wohl zugestand. Die Technischen Betriebe, Anstalt des öffentlichen Rechts der Stadt Velbert, teilen unserer Zeitung mit, bei ihnen sei am 11.6.2026 ein „Strategietag Friedhof 2050“ durch die Weiher GmbH abgehalten worden und man habe dafür ein Honorar von 13.960,38 netto berechnet bekommen. Die Gemeinde Reichenau im Bodensee folgte nach dem bezahlten „Workshop-Strategietag“ dem Angebot des Entertainers und Friedhof-Experten Stefan Lubowitzki und zahlte bisher nach der uns erteilten Presseauskunft 66.000 Euro für sein geliefertes Friedhofskonzept. Reichenau hat nur 5200 Einwohner und bei rund 60 Sterbefällen pro Jahr wird bei Umlegung dieser Kosten sofort klar, wer die Gewinner und wer die Verlierer dieses „geldschöpfenden Friedhofskonzeptes“ sind.

Lubowitzki teilte unserer Zeitung auf Nachfrage mit, dass er im Jahr 2025 sagenhafte 362 Friedhofsprojekte betreute. Würde er bei jedem Projekt, wie bei der Gemeinde Reichenau, 66.000 Euro kassieren, kämen Lubowitzki mit seiner vermeintlichen „Friedhofs-Masche“ und seinen verkauften und honorierten "Raster-Schablonen" von Friedhofskonzepten, die er vermeintlich immer wieder und immer öfter für neue, naive Gemeinden kopiert, auf geschätzte Einnahmen von 23.892.000 Euro. Unsere Pressefragen zur Höhe seiner Preise, Honorare und Einnahmen beantwortete Lubowitzki leider nicht konkret. Deswegen können wir noch nicht sagen, was seine Weiher GmbH bisher insgesamt bei den deutschen Kommunen tatsächlich einkassiert hat.

Wir recherchieren daher noch bei den betroffenen Gemeinden und werden hier über die Ergebnisse berichten. 

Zurzeit wirbelt ein gewisser Stefan Lubowitzki aus Freiburg die Friedhöfe und Kommunen des Landes auf. Sein Unternehmen Weiher GmbH berühmt sich als „führender Friedhofsexperte“ und Marktführer mit großer Erfahrung und soll mit sogenannten „Workshops“ und „Friedhofs-Konzepten“ kräftig bei Kommunen im ganzen Land vermeintliche Honorare und Entgelte abkassieren. Tatsächlich ist Lubowitzki aber erst seit 2021 als Geschäftsführer bei der Weiher GmbH aktiv. Zuvor war er seit 2015 zunächst Sales Manager und ab 2018 "Experte" in dem Unternehmen.  Daneben wirbt Lubowitzki auf einer eigenen, umfangreichen Webseite für seine Dienste als „Sport-Entertainer“ und rühmt sich mit der Expertise von 25 Jahren Erfahrung als „Stadionsprecher, Moderator und Sport-Entertainer“. Lubowitzki hatte die Weiher GmbH, nach der Gründung 2008 durch den Marketing-Experten Tobias Weiher (jetzt Mahalo-Marketing GmbH in Zürich), später vom bisherigen Geschäftsführer Veit Cornel Hilser und den anderen Weiher-Gesellschaftern übernommen.

Der frühere Weiher-Geschäftsführer und Marketing-Experte Tobias Weiher wirbt auf seiner Webseite für sich mit dem Slogan: „Die Verwandlung von Blei in Gold – in Businnes, Teams und Menschen“. Er ist aber als Geschäftsführer aus der Weiher GmbH schon lange ausgeschieden.

Man darf daher - bei Betrachtung der heutigen Aktivitäten der Weiher GmbH - fragen, ob die Aussage des früheren Weiher-Geschäftsführers Tobias Weiher auch für seine Nachfolger in der heutigen Weiher-Geschäftsführung zum geschäftlichen Credo werden. Denn die Weiher GmbH wirbt auf ihrer Homepage mit 34 Jahren Erfahrung, also auch mit ihrer Erfahrung aus der Vergangenheit, und da stand sie bekanntlich unter der Leitung der früheren Geschäftsführer.

Ist es das neue Unternehmens-Ziel der Weiher GmbH und ihres  heutigen Alleingesellschafters und Geschäftsführer Stefan Lubowitzki, die „bleischweren“ Friedhöfe der Städte und Gemeinden in „goldene Honorare“ für Weiher, in Zahllasten für die Gemeinden und in höhere Gebühren für die Angehörigen von Verstorbenen „zu verwandeln“?

Veit Cornel Hilser handelt in seiner Firma „Salcona e.K.“ mit Verpackungsmaterialien und Verbrauchsgütern und war nach Tobias Weiher Geschäftsführer der Weiher GmbH, die zuvor ebenfalls damit handelte und kein „Friedhofsexperte“ war. Veit Cornel Hilser engagierte sich auch in der „Tank You Hero eG“.

Stefan Lubowitzki kam vermeintlich auf die "Geschäftsidee", den Kommunen den noch vollkommen unbestimmten Wandel im Geschäft mit dem Verkauf von sogenannten „Strategie-Workshops“, Friedhofs-Konzepten und sonstigen Dienstleistungen teuer zu verkaufen, durch seinen spekulativen, aber verkäuferisch wirksam vorgetragenen Blick in die unbekannte "Glaskugel" der künftigen Entwicklung des Bestattungswesens. Lubowitzki will den Kommunen möglichst sein „Gesamtpaket Friedhof“ verkaufen und daran verdienen. Er argumentiert mit den Verlusten der Kommunen im Friedhofswesen und verkauft ihnen in der Regel zunächst für ein saftiges Honorar einen sogenannten Strategie-Workshop "STRATEGIETAG FRIEDHOF 2050" zu dem der Bürgermeister, die Gemeinderäte und die örtlichen Vertreter der Kirchen und des Bestattungswesens eingeladen werden. Bereitwillig geben die Friedhofsverwaltungen Lubowitzki die Friedhofs- und Bestattungsdaten, und er kann sie wirkungsvoll und mit Bildern in seinen Verkaufsvortrag einarbeiten. In diesem Forum erhält er unter dem Deckmantel der fachkundigen Beratung eine optimale, bezahlte Verkaufsveranstaltung für seine Dienstleistungen. In Wahrheit ist er aber nicht selbstloser „Berater“, sondern gewiefter Verkäufer. Er zieht nach unseren Recherchen viele Gemeinden danach in weitere Verträge, die zu weiteren Zahlungen verpflichten. Die Teilnehmer werden in dem bezahlten „Workshop“ mit Notizblock, Schreibgerät und Ideen-Kärtchen versorgt, dürfen Anregungen und Ideen einbringen und arbeiten damit unbewusst an der von Lubowitzki mit viel Sprachwitz vorbereiteten künftigen Auftragserteilung für seine Weiher GmbH durch den jeweiligen Gemeinderat. Weiher verspricht ein Friedhofs-Konzept, bei dem die Kommunen und Friedhofsverwalter nicht mehr selbst kalkulieren, rechnen, Einsparungen vornehmen oder Gebühren erhöhen müssen, sondern sich bequem auf ein willkommenes Alibi, nämlich auf das selbst entwickelte Friedhofs-Konzept von Weiher, verlassen dürfen. Danach füllt Weiher die Daten in seine Programme, vereinigt seine "Raster-Schablonen" mit den spezifischen Daten und Bildern der betreffenden Gemeinden und präsentiert „mit Pauken und Trompeten“ und mit großen Worten und großer öffentlicher Wirkung das von der Gemeinde erstellte „Neue Friedhofs-Konzept“. Nachdem er das Honorar für den sogenannten Strategie-Workshop kassiert hat, kassiert er weitere Honorare von den Gemeinden.

Mehr dazu folgt in Kürze hier in dieser Zeitung!

Wir haben an die Firma Weiher diese Fragen gestellt:

Sehr geehrter Herr Lubowitzki,

für einen umfassenden und ausführlichen Bericht über künftige Friedhofsgestaltung bitte ich Sie um Beantwortung folgender Pressefragen:

Sie teilen mit, Sie seien bundesweit das einzige Unternehmen, das sich als „Friedhofsexperten“ zu 100 % ganzheitlich auf Friedhofsentwicklung spezialisiert habe und derzeit 362 Projekte betreue.

Pressefragen:

Welches sind die 362 Projekte?
Bitte senden Sie uns eine Liste mit den Namen der 362 Projekte/Gemeinden

Wie sind Ihre Preise für Ihre angebotenen einzelnen Module?
Bitte senden Sie uns eine vollständige Preisliste

Sie bieten einen sogenannten Strategietag als Workshop an.
Was kostet so ein Strategietag die jeweilige Kommune?

Berechnen Sie allen Kommunen die gleichen Preise oder haben Sie für den Strategietag unterschiedliche Preise?

Was ist in dem Preis für den Strategietag/Workshop enthalten?

Wie geht es danach weiter?
Welche Kosten berechnen Sie in der Folge für welche Leistungen?

Was kostet eine Machbarkeitsstudie und was ist im Preis enthalten?

Was berechnen Sie für Strategieberatungen?

Was berechnen Sie für diese Planungen?

  1. Friedhofkonzeption

  2. Objektplanung

  3. Bereichsplanung

  4. Bedarfskalkulation

  5. Personalplanung

  6. Vermessung

  7. Digitalisierung

  8. Bodengutachten

Was berechnen Sie für den Betrieb?

  1. Gebührenkaluklation

  2. Satzungserstellung

  3. Marketing

  4. Projektmanagement

  5. Projektoptimierung

  6. Erfolgssicherung

  7. Beratung

  8. Belegsteuerung

Was berechnen Sie für Grabsysteme?

  1. Baumgrabsysteme

  2. Wiesengrabsysteme

  3. Urnenwände

  4. Urenenstelen

  5. Innenkolumbarien

In einer getrennter Recherche befragen wir die betroffenen Gemeinden zu ihren geleisteten Zahlungen.

 

ANMERKUNG DER REDAKTION: Der frühere Text des Artikels wurde korrigiert.

Autor:  Werner Semmler Chefredakteur (Regionalia Deutschland, Artikel-Nr. 19528 ISSN 2698-6949)

Angelegt am 08.07.2026 10:12.

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