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Fussball-Splitter: Nobelpreis für ehrlichen Profi? 2 Dinos taumeln in Richtung Abstieg – Stuttgarter Präsident vergaloppiert sich

Mit dem früher ruhmreichen Hamburger SV und dem 1. FC Köln könnte es in dieser Bundesliga-Saison 2 absolute Schwergewichte des deutschen Fußballs erwischen. Beide Vereine taumeln scheinbar führungs- und orientierungslos der 2.Liga entgegen. Dabei gibt es guten Anschauungsunterricht bei kleineren Klubs. Wie man es besser macht zeigt sich in Freiburg, Augsburg oder Nürnberg, wo man mit bescheideneren Mitteln, Leidenschaft und Sachverstand erfolgreich ist. Köln und Hamburg würde ein Abstieg vermutlich gut tun. Man könnte sich besinnen auf die Dinge, auf die es ankommt. Beim FC St. Pauli haben sie derweil einen ihrer Profis für den Frieden-Nobelpreis vorgeschlagen. Marius Ebbers hat zugegeben, dass er ein Tor mit der Hand erzielt hat. Nun wird er allerorten gelobt für sein Fair-Play. Doch wie wären die Reaktionen aus St.Pauli wohl ausgefallen, hätte der Klub wegen Ebbers Ehrlichkeit verloren? Beim VfB Stuttgart hat man indes einen offenbar sehr impulsiven Präsidenten, der die Tragweite seines Handelns nicht einzuschätzen weiß? Oder fehlt es Gerd Mäuser schlicht an Respekt? Mönchengladbach und besonders Hannover 96 haben kurz vor dem Saison-Finale derweil mit Verletzungen wichtiger Schlüssel-Spieler zu kämpfen. 

FC St. Pauli: Es klingt wie eine Szene aus einer Fernseh-Schmonzette über Fußballer. Es fällt ein wichtiges Tor, doch der Torschütze gibt freiwillig zu, dass es ein irregulärer Treffer war, weil er den Ball mit der Hand berührt hat. So geschehen ist es in dieser Woche beim FC St. Pauli. Gegen Union Berlin traf Marius Ebbers ins gegnerische Tor. Alles jubelte, auch der Torschütze in spe. Der Schiedsrichter Tobias Welz war aber misstrauisch und befragte ihn, ob denn alles sauber gelaufen sei. Marius Ebbers, der Stürmer des Reeperbahn-Klubs, überlegte ein paar Augenblicke, gab dann aber zu, dass es Handspiel war! Der Treffer zählte nicht! Der Schiedsrichter hatte schon zum Mittelkreis gezeigt. Er nahm den Treffer aber zurück. Es war nicht das 1. Mal, dass ein Schiedsrichter bei einem Bundesliga-Profi nachfragte. Doch dass der Spieler ein „Fehl-Verhalten“ bei einem Tor zugab, ist bislang wohl einmalig. Ebbers bekam sogar von FIFA-Präsident Sepp Blatter höchstpersönlich ein Lob ausgesprochen für die faire Tat. Vom eigenen Verein wurde er, vermutlich auch etwas im Spaß, für den Friedensnobel-Preis vorgeschlagen. Fans, Medien und die anderen Vereine feiern den Stürmer als fairsten Profi aller Zeiten. Dabei sind die Reaktionen gerade aus dem eigenen Lager mit Vorsicht zu genießen. St.Pauli gewann schließlich auch ohne den „Handball-Treffer“ mit 2:1. Ein 1:1 hätte den Verein am Ende der Saison Millionen kosten können. Wie wären die Reaktionen wohl ausgefallen, wenn die Hamburger nicht noch in letzter Minute gewonnen hätten und am Ende sogar den Aufstieg verpasst hätten? Dann wäre er kein Faier-Player gewesen, sondern der Depp, vermutet selbst Marius Ebbers.
 
Hannover 96: Überraschend spielt Hannover 96 schon wieder eine erfolgreiche Saison. Die Nord-Lichter ballern sich erneut nach Europa, wie es scheint. Was in der vergangenen Saison begonnen hat, setzt sich fort. Hannovers letzte Saison ist keine Eintagsfliege. Die großen Rivalen Werder Bremen und Hamburger SV hecheln dem Club des erfolgreichen Hörgeräte-Unternehmers Martin Kind inzwischen hinterher. Manager Jörg Schmadtke hat ein gutes Auge für Neuverpflichtungen. Bei 96 wird seriöse Arbeit gemacht. Man folgt seinen Instinkten und lässt sich weniger von Emotionen leiten und wählt nicht nach oberflächlichen Kriterien aus. Beim schwachen Hamburger SV kann Hannover 96 morgen die Vorentscheidung schaffen. Allerdings haben die Slomka-Jungs jetzt kurzfristig einen schwer wiegenden Ausfall zu verkraften. Hannover muss ohne seinen besten Stürmer auskommen. Mame Diouf, der wohl beste Einkauf in der Bundesliga in der Winterpause, hat sich schwer verletzt. Mame Diouf wird wegen Bänderriss in dieser Saison nicht mehr auf den Platz zurückkehren. Der Stürmer hat 10 Tore in 15 Spielen für 96 erzielt. Diese Bilanz wird Hannover nun fehlen. Hatten die Mitspieler zuletzt auch Lade-Hemmung – Mame Diouf traf regelmäßig ins Schwarze! Außerdem fehlt weiter Moa Abdellaoue. Das wäre, als fehlten den Bayern Franck Ribery und Mario Gomez gleichzeitig. Kommt Hannover jetzt doch nochmal ins Straucheln? Jetzt im Endspurt, wenn es darauf ankommt, die Ernte auch einzufahren, wird sich endgültig zeigen, ob die Niedersachsen schon zu einem Bundesliga-Spitzen-Team gereift sind.
 
Borussia Mönchengladbach: Hannover ist nicht alleine mit dem Verletzungspech. Borussia Mönchengladbach muss im Saison-Endspurt auf Thorben Marx verzichten, der am Meniskus operiert wurde und ebenfalls kein Spiel mehr in dieser Saison bestreiten wird. Bei den Gladbachern scheint es, als ginge ihnen am Ende der Saison die Puste aus. Da wiegt der Ausfall eines wichtigen Spielers um so schwerer. Glück für die Gladbacher allerdings: Platz 4 und die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation ist ihnen fast nicht mehr zu nehmen.
 
VfB Stuttgart: Nicht jeder in der Fußball-Bundesliga ist empfänglich für andere Meinungen. Es wird oft dünnhäutig auf jede Kritik reagiert. Das bleibt meist intern. Erfolge sollen von den Medien gefeiert, Misserfolg klein geredet werden? Dem bislang unbekannten Präsidenten des VfB Stuttgart ist kürzlich der Kragen geplatzt. War es ein Anfänger-Fehler, der ihm unterlief? Hat er die Tragweite seiner Äußerungen unterschätzt? Gerd Mäuser fühlte sich womöglich sicher, als er sich bei einer Diskussion mit Journalistik-Studenten unflätig äußerte. Gerd Mäuser lupfte seine Maske und sprach aus, was er wirklich denkt? Die Journalisten, die über den VfB Stuttgart berichten, seien „Schmierfinken“, die „irgendeinen Scheiß“ schreiben würden, echauffierte er sich pauschal. Die Worte fanden den Weg nach draußen. Sie lösten Empörung aus. Gerd Mäuser hat sich inzwischen entschuldigt, doch lässt die verbale Entgleisung erahnen, wieviel Respekt der Präsident eines Bundesliga-Clubs Kritikern entgegen bringt. Respekt und Zurückhaltung wird von den Kritikern verlangt. Wie es herein schallt, schallt es heraus? Es war auch nicht das erste Mal, dass der Stuttgarter Präsident sich verbal vergaloppierte. In einem Gespräch mit der Baden-Württemberg-Stiftung zum Bildungs-Projekt „Kicken und Lesen“ ist Gerd Mäuser ausfällig geworden, wie die Stiftung mitgeteilt hat. Es wurde richtig eng für Mäuser, denn die Stiftung behauptet, der Präsident habe in jenem Gespräch einen Sprachgebrauch an den Tag gelegt, der an die NS-Zeit erinnern würde. Diesmal folgte keine Entschuldigung. Gerd Mäuser antwortete mit einer entschiedenen Zurückweisung der Behauptungen. Die Stiftung blieb aber bei ihren Einlassungen. Sie erklärte den Präsidenten für untragbar. Sie hat ihm die Schirmherrschaft für das engagierte Projekt entzogen, wodurch die heikle Sache publik wurde. Ungünstig für den Präsidenten Gerd Mäuser war, dass er diesmal keine Schmierfinken verantwortlich machen konnte.
 
1. FC Köln/Hamburger SV: 2 Dinos der Bundesliga wanken gewaltig. Der Hamburger SV und der 1. FC Köln stehen am Abgrund. Beiden droht der Abstieg in die 2. Liga. In Augsburg, Nürnberg und Freiburg wird scheinbar konzeptioneller und mit mehr Herzblut gearbeitet? Klein, aber oho! Die dortigen Trainer sind seriöse Vertreter ihrer Zunft, die mit ihren Spielern eine Einheit bilden. Man kämpft für den gesamten Club. Die Spieler zerreißen sich für den Verein und den Trainer, was gerade in Köln und Hamburg nicht so scheint. Dort gibt es Stars, doch keine Mannschaft? Köln entließ gestern wieder einmal seinen Chef-Trainer. Stale Solbakken musste gehen. Was bleibt den Verantwortlichen übrig, fragt man sich. Die Mannschaft kann man 4 Spieltage vor dem Saison-Ende schlecht rausschmeißen. Doch viele fragen sich, wie das Konzept beim Geißbock-Club aussieht? Es geht in dem Millionen-Unternehmen mit 27 Mio Euro Etat drunter und drüber. Vor einigen Monaten trat der Fußball-Weltmeister und das Kölner Urgestein Wolfgang Overath entnervt als Präsident zurück. Vor wenigen Wochen wurde Sport-Chef Volker Finke gefeuert. Der Club steuert führungs- und orientierungslos durch die entscheidende Phase der Saison! Um zu einer Trainer-Entscheidung zu kommen, benötigte der Club nach dem sportlichen Offenbarungseid in Mainz am Dienstag fast 2 Tage. Der neue Coach Frank Schäfer, der schon letztes Jahr erfolgreich mit den Profis des 1. FC Köln arbeitete, hat deshalb nur eineinhalb Tage Zeit, um die Mannschaft einzustellen! Und angeblich hat man sogar darüber nachgedacht, Volker Finke zurückzuholen. Das Konzept in Köln ist offenbar jenes, dass man kein Konzept hat! In Hamburg, beim einzigen Klub der Bundesliga, der von Anfang an immer dabei war und nie abgestiegen ist, hat man bereits vor ein paar Monaten den Trainer ausgetauscht. Doch nach einer kleinen Hochphase ist alles wieder beim alten. Eine scheinbar unmotivierte Mannschaft trabt über den Platz und der Trainer flüchtet sich in Ausreden. Bis auf die Historie hat der einst große Hamburger SV nichts mehr zu bieten. Man stolpert mehr schlecht als recht durch die Spielzeiten und verpulvert Unmengen an Geld. Man verpflichtet große Stars wie Ruud van Nistelrooy. Doch Identifikation scheint ein Fremdwort. Die Personal-Auswahl ist dilletantisch. Vielleicht wäre für beide Clubs ein Abstieg heilsam. Der Fisch stinkt bei beiden Groß-Clubs vom Kopfe her? Man könnte in sich gehen, sich neu aufstellen und sich auf die Dinge besinnen, auf die es ankommt. Wie es besser geht, können die Kölner und Hamburger in Freiburg, Augsburg, Mainz oder Nürnberg sehen, wo seit Jahren mit Leidenschaft und kleinen Mitteln seriös und akribisch gearbeitet wird.
Autor:  pe (Regionalia Deutschland, Artikel-Nr. 6308)

Angelegt am 13.04.2012 17:25.

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