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Weltherrscher ewiger Revolution: Das Moral-Ressentiment zieht Nazis, Diktatoren, Populisten und Terroristen.

Stachdeldraht um das Menschenherz: Judenhass ist maskiertes Minderwertigkeitsgefühl und Neid! (Bild: Gedenken-Fotolia-100201045.jpg)

Herrschsüchtige Führer bedienen seit Menschengedenken das Ressentiment, um mit Populismus und Religion an die Macht zu gelangen. Das gelang Hitler mit den Nazis und es gelang danach noch einigen anderen Herrschern, Präsidenten, Diktatoren und Religionsführern.

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Er erfordert eine unbequeme Reflexion über das geschehene Unrecht und eine Strategie, um seine Wiederholung zu vermeiden. Auch heute hört man noch Stimmen, die Juden gerne ins Meer treiben wollten und Stachdeldraht um das Menschenherz legen. Deswegen muss ihnen unmissverständlich diese Wahrheit ins Gehirn geschlagen werden: Judenhass ist maskiertes Minderwertigkeitsgefühl und Neid! 

Nazis und Populisten bedienen das Ressentiment.

Die Natur kennt keine Grenzen von Menschen. Doch die Menschen ziehen einander beständig Grenzen: Mit Denkverboten, Intoleranz, herrschenden Meinungen,  privaten Religionen, Zensur, Stacheldraht, Mauern, Zöllen und Leitkultur.

Die Machtmenschen wollen über ihre Mitmenschen herrschen. Sie wollen ihnen sagen, was sie denken, tun, fühlen, lieben, wählen sollen. Jeden Tag können wir die Beweise der brutalen Intoleranz und Zensur weltweit sehen. In allen Regierungen, Religionen, Parteien und Gruppen. Die Freiheit der Meinung der Anderen wird in der Realität nur dann akzeptiert, wenn es auch unsere eigenen Meinungen sind. Meinungen spiegeln den Egoismus und die (offene oder maskierte) Verteidigung des eigenen Vorteils. (Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing...)

Dass wir die Nazi-Zeit für immer hinter uns gelassen hätten, ist eine gefährliche Illusion. Stacheldraht und Mauern haben in der Herrschaft der Ressentiments, des Populismus und der Abschottung noch immer (oder immer wieder) Konjunktur.

Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Der von den Vereinten Nationen festgesetzte Gedenktag für die Opfer des Holocaust ist auf den 27.Januar 1945 bezogen, den Tag der Befreiung der Juden aus den Vernichtungslagern der Nazis durch die "Rote Armee" am Ende des Zweiten Weltkrieges. Wieder beklagen wir die Opfer der Barbarei des Nazi-Regimes und ihre unverzeihlichen Morde an Millionen Juden. Wieder rufen wir die für alle Ewigkeit und alle Menschen geltenden Worte des im vergangenen Jahr verstorbenen großen Holocaust-Überlebenden Max Mannheimer (*6.2.1920 +23.9.2016) in Erinnerung:

Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon“.

Angesichts der Brutalität der wieder aufkommenden Ressentiments gegen Andersdenkende und Andersartige und der Revolution der Intoleranz gegen andere Meinungen, Religionen und Lebensweisen, sind bloße Mahnungen nicht mehr ausreichend.

Der Spiegel des Ressentiments.

Das Ressentiment ist Ausdruck des heimlichen Grolls. Dieses Gefühl der dauernden Ohnmacht wegen gefühlter körperlicher, geistiger oder materieller Minderwertigkeit, Zurücksetzung, Nichtbeachtung, Niederlagen oder erlittener Ungerechtigkeiten erzeugt destruktiven Frust, ständige Angst und panische Energie. Diese empfundene Insuffizienz ist der Schlüssel zur unstillbaren Begierde dieser Menschen, ihr selbstkränkendes Minderwertigkeitsgefühl und ihren Besitzneid zu überwinden. Viele Machtpolitiker haben diesen verstecken Minderwertigkeitskomplex. Sie maskieren ihn oft geschickt, wollen ihn aber ein Leben lang durch das Streben nach Macht und Anerkennung entrinnen. Diese "Komplexpolitiker" sind allgegenwärtig. In der Demokratie sind diese Machtmenschen meist in Personalunion in zahlreiche Multi-Funktionen gewählt. In vielen Staaten und Unternehmen sehen wir sie als Alleinherrscher, Diktatoren und Despoten, bemüht, alle Macht auf sich zu vereinen, statt sie selbstkritisch mit anderen zu teilen. Auch Adolf Hitler war ein Komplexpolitiker. Aufgrund seiner eigenen körperlichen Insuffizienz spielte er den starken Mann und benutze das Ressentiment gegen die besseren, tüchtigeren, reicheren Juden. Er wandelte das Vorurteil gegen die Juden in seinem Staatsvolk (durch Manipulation und Propaganda) in Neid und Hass um. Er erzeugte damit  falsche "Hoffnungs-Energie für die Belohnung der Hasser und die große Mehrheit der Deutschen folgte ihm in seinen mörderischen Kampf. Auch in unserer Zeit sind zahlreiche Führer von Staaten, Institutionen und Unternehmen an der Macht, die an ihren körperlichen oder geistigen „Reduktionen“ leiden. Ihre Sucht auf Anerkennung und Überwindung ihres Minderwertigkeitsgefühls kann ungeahnte Energien freisetzen und jederzeit einen Orkan auslösen. Diese verletzten "Meisterpsychologen" maskieren ihren Besitzneid und übertragen das Ressentiment - als Werkzeug - auf das Volk. Es gelingt ihnen damit, gewaltige Energien freizusetzen und die Wähler in revolutionäre politische Bewegungen zu dirigieren. Derzeit können wir einige derartigen populistische Führer erkennen, denen in ihren Ländern und bei ihren Wählen politische Revolutionen gelungen sind. Vielleicht gehört es zu den Geheimnissen von Angela Merkel, dass sie es versteht, mit Männern umzugehen, die wegen ihrer versteckten Komplexe oder ihrer kleinen Hände imponieren wollen.

Seit über 2000 Jahren kippt die Stimmung der Menschen immer wieder zum linken oder zum rechten Populismus. Die Ideologien der Nazis erscheinen immer wieder in neuen Gewändern, Verpackungen und Parteien. Um Machtmenschen und die Terroristen der Welt besser zu verstehen, sollte man sich mit dem Phänomen des Ressentiments befassen. Denn der Populismus und der Terrorismus ist der Spiegel von Frust, Neid, Hass, Intoleranz und Hoffnungslosigkeit.

Friedrich Wilhelm Nietzsche zum Sklavenaufstand in der Moral mit Hilfe des  Ressentiment.

Nietzsche beschreibt die „Psychologie des Ressentiments“ als Selbstvergiftung durch gehemmte Rache wie folgt:

Der Sklavenaufstand in der Moral beginnt damit, daß das Ressentiment selbst schöpferisch wird und Werte gebiert: das Ressentiment solcher Wesen, denen die eigentliche Reaktion, die der Tat, versagt ist, die sich nur durch eine imaginäre Rache schadlos halten.“ (Ebd., 1887, in: Werke III, S. 228 bzw. 782).

Während alle vornehme Moral aus einem triumphierenden Ja-sagen zu sich selber herauswächst, sagt die Sklaven-Moral von vornherein Nein zu einem »Außerhalb«, zu einem »Anders«, zu einem »Nicht-selbst«: und dies Nein ist ihre schöpferische Tat. Diese Umkehrung des werte-setzenden Blicks - diese notwendige Richtung nach außen statt zurück auf sich selber - gehört eben zum Resentiment: die Sklaven-Moral bedarf, um zu entstehen, immer zuerst einer Gegen- und Außenwelt, sie bedarf, physiologisch gesprochen, äußerer Reize, um überhaupt zu agieren - ihre Aktion ist von Grund auf Reaktion. Das Umgekehrte ist bei der vornehmen Wertungsweise der Fall: sie agiert und wächst spontan, sie sucht ihren Gegensatz nur auf, um zu sich selber noch dankbarer, noch frohlockender ja zu sagen - ihr negativer Begriff »niedrig«, »gemein«, »schlecht« ist nur ein nachgeborenes blasses Kontrastbild im Verhältnis zu ihrem positiven, durch und durch mit Leben und Leidenschaft durchtränkten Grundbegriff »wir Vornehmen, wir Guten, wir Schönen, wir Glücklichen!«“ (Ebd., 1887, in: Werke III, S. 228-220 bzw. 782-783).

Während der vornehme Mensch vor sich selbst mit Vertrauen und Offenheit lebt (gennaios »edelbürtig« unterstreicht die Nuance »aufrichtig« und auch wohl »naiv«), so ist der Mensch des Ressentiment weder aufrichtig, noch naiv, noch mit sich selber ehrlich und geradezu. Seine Seele schielt; sein Geist liebt Schlupfwinkel, Schleichwege und Hintertüren, alles Versteckte mutet ihn an als seine Welt, seine Sicherheit, sein Labsal; er versteht sich auf das Schweigen, das Nicht-Vergessen, das Warten, das vorläufige Sich-verkleinern, Sich-demütigen.“ (Ebd., 1887, in: Werke III, S. 230 bzw. 784). „Das Ressentiment des vornehmen Menschen selbst, wenn es an ihm auftritt, vollzieht und erschöpft sich ... in einer sofortigen Reaktion, es vergiftet darum nicht: andrerseits tritt es in unzähligen Fällen gar nicht auf wo es bei allen Schwachen und Ohnmächtigen unvermeidlich ist.“ (Ebd., 1887, in: Werke III, S. 230 bzw. 784).

„Wieviel Ehrfurcht vor seinen Feinden hat schon ein vornehmer Mensch! - und eine solche Ehrfurcht ist schon eine Brücke zur Liebe .... Er verlangt ja seinen Feind für sich, als seine Auszeichnung, er hält ja keinen andren Feind aus, als einen solchen, an dem nichts zu verachten und sehr viel zu ehren ist! Dagegen stelle man sich »den Feind« vor, wie ihn der Mensch des Ressentiment konzipiert - und hier gerade ist seine Tat, seine Schöpfung: er hat »den bösen Feind« konzipiert, »den Bösen«, und zwar als Gegenbegriff, von dem aus er sich als Nachbild und Gegenstück nun auch noch einen »Guten« ausdenkt - sich selbst ! ....“ (Ebd., 1887, in: Werke III, S. 231 bzw. 785).

Autor:  wese (Regionalia Deutschland, Artikel-Nr. 12288)

Angelegt am 27.01.2017 10:40.

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